Herr Schwartz, welche Sprachen sprechen Sie selbst? Und möchten Sie gerne noch eine Sprache lernen?

Ich spreche fließend Deutsch und Englisch und habe Grundkenntnisse in Französisch. Leider fehlt mir momemtan die Zeit, eine weitere Sprache zu lernen.

Was motiviert Sie in Ihrem Beruf am meisten?

Das sind zu 100% meine Schüler. Sie zeigen mir jeden Tag, weshalb ich so gerne als Lehrer arbeite. Den Schülern etwas von meinem Wissen zu geben, das ihnen hilft, in einem fremden Land und einer fremden Kultur besser zurechtzukommen, bedeutet mir sehr viel. Der Lernfortschritt meiner Schüler macht nicht nur sie stolz, sondern auch mich.

Was für eine Ausbildung/Studium benötigt man, um Sprachtrainer zu werden? Und gibt es irgendwelche Eigenschaften, die man mitbringen sollte?

Ich habe ein abgeschlossenes Studium in Anglistik/Amerikanistik und in Germanistik.
Meiner Meinung nach ist es jedoch viel mehr als nur die fachliche Kenntnis, was einen guten Lehrer ausmacht. Ich denke, die Interaktion zwischen Schüler und Lehrer ist auch sehr wichtig. Als Lehrer muss ich mich auf verschiedene Menschen einstellen und anpassen können.

Meine Schüler sind sehr unterschiedlich – was völlig normal ist – und ich sollte als Lehrer wissen, wie ich auf unterschiedliche Menschen zugehe und wie ich sie behandle.

Auch aus pädagogischer Sicht muss man sich auf die unterschiedlichen Lerntypen und Sprachniveaus einstellen können. Ich würde sagen, dass ich ein sehr fairer Lehrer bin. Ich möchte jeden meiner Schüler gleichermaßen unterstützen und fördern. Das Wort “Fairness” spielt eine sehr große Rolle in meinem Unterricht.

Können Sie Ihre Kursteilnehmer ein bisschen beschreiben?

Ich unterrichte fast ausschließlich Erwachsene, vor allem Geschäftskunden. Ein kleiner Teil meiner Schüler sind auch Privatkunden, darunter auch hin und wieder Kinder.

Ich hatte bisher das Glück, dass ich Lerner aus der ganzen Welt unterrichten durfte. Viele kommen aus China und Indien, manche kommen aus Italien, Frankreich, Mexiko, den USA, etc.

Was führt die Teilnehmer zu uns? Warum möchten sie eine Fremdsprache lernen?

Die Karriere ist sehr oft ein Grund, weshalb meine Schüler nach Deutschland kommen. Sie möchten oder müssen Deutsch zum einen für den Beruf, zum anderen aber auch für den privaten Alltag lernen.

Wenn sie nicht aufgrund ihrer eigenen Karriere nach Deutschland kommen, sind es immer wieder Ehepartner oder Kinder und Jugendliche, die mit ihrer Familie hierher kommen und Deutsch für ihren Alltag und oder für den Besuch einer Schule lernen wollen.

Gibt es eine Kundengruppe oder Kurs-Formate, die Sie besonders gerne unterrichten?

Auch wenn ich alle Sprachniveaus wirklich sehr gerne unterrichte, sind es die Anfängerkurse, die mir besonders viel Spaß machen. In diesen Kursen merkt man den Lernfortschritt und die Entwicklung der Schüler am besten und hier sehe ich deutlich, wozu unter anderem ich ihnen verholfen habe. Sie beginnen den Level 1-Kurs mit einem “Hallo” und “Ich heiße…” und schon nach kurzer Zeit können sie über wichtige und grundlegende Themen des Alltags sprechen. Diese Entwicklung beeindruckt mich nach all der Zeit immer wieder sehr.

Ich unterrichte sowohl Gruppen- als auch Einzelkurse sehr gerne. Ich denke nicht, dass hier die Anzahl der Schüler eine Rolle spielt, viel mehr kommt es darauf an, wie die Interaktion zwischen Schüler und Lehrer, und wie die allgemeine Atmosphäre im Klassenraum ist.

In Zeiten von Covid, vermisse ich den persönlichen Kontakt zu meinen Schülern wirklich sehr. Ich bin jedoch auch dankbar, dass es die Möglichkeit des virtuellen Unterrichts gibt und der Unterricht weitgehend “normal” weitergehen kann.

Was muss neben der Sprache noch beherrscht werden, um sich in der deutschen Kultur zurechtzufinden?

Kultur - und besonders kulturelle Unterschiede - sind immer wieder ein Thema im Unterricht. Ich spreche mit den Schülern oft über ihre Erfahrungen, die sie hier in Deutschland gemacht haben.

Viele erzählen mir von dem “kulturellen Schock”, den sie anfangs erlebt haben, oder von alltäglichen Situationen, die hier anders sind als in ihrer Kultur.

Bei der Berlitz Methode wird von Tag Eins an in der Zielsprache unterrichtet. Wie funktioniert das für Anfänger und wie können sie damit die Grammatik erlernen?

Der Fokus liegt hier auf dem Hören und Sprechen. Die Schüler lernen von Anfang an, das zu imitieren und zu kopieren, was sie im Unterricht lesen und hören. So nehmen sie die Sprache und auch die Grammatik unbewusst auf und verinnerlichen sie durch den wiederholten Gebrauch.

Haben Sie irgendwelche Tipps oder besonderen Hilfsmittel, die Sie Deutschlernenden empfehlen können?

Ich denke, es ist wichtig, dass die Schüler Spaß am Deutschlernen haben und individuelle Interessen in den Lernprozess miteinbezogen werden. Ich empfehle ihnen immer, sich hin und wieder einen Film in deutscher Sprache anzusehen oder ein Buch in deutscher Sprache zu lesen.

Es ist einfach wichtig, dass sie sich mit der Sprache beschäftigen und sich mit unseren Satzstrukturen etc. vertraut machen – ganz egal, ob dies durch das Hören oder Lesen geschieht. Dieser Input festigt sich oft unbewusst im Gedächtnis der Lerner. Ich bemerke bei Schülern, die regelmäßig Deutsch lesen oder hören, immer wieder Verbesserungen in der Grammatik und besonders der Syntax.

Des Weiteren empfehle ich natürlich immer, so viele Erfahrungen wie möglich in der “realen Welt” zu machen - im Restaurant, Geschäft, etc. Ich möchte meine Schüler ermutigen und stärken. Ich möchte, dass sie sich selbstsicher fühlen. “Sich einfach trauen” – auch wenn dies leichter gesagt als getan ist.

Diese Situationen kosten eine große Überwindung und das ist normal. Positive Erlebnisse und Erfahrungen motivieren jedoch auch, sich bei der nächsten Gelegenheit wieder zu trauen und wieder Deutsch zu sprechen.

Viele Schüler haben Angst vor Fehlern und dass das, was sie sagen, nicht zu 100% richtig sein könnte. Ich versuche ihnen diese Angst zu nehmen und zu verdeutlichen, dass Fehler etwas Normales und zudem ein wichtiger Teil des Lernprozesses sind. Auch aus Fehlern kann man lernen. Es ist einfach nur wichtig, dass sie sprechen.

Gibt es einen besonders schönen Moment aus Ihrer Zeit als Lehrer bei Berlitz?

Es gibt sehr viele schöne Momente. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, sind die Feedbacks der Schüler, die ich oft am Ende eines Kurses bekomme. Aussagen wie “Du hast mir Selbstvertrauen gegeben” oder “Ich traue mich nun Deutsch zu sprechen” berühren mich wirklich sehr.

Es sind genau diese Momente, die mich immer wieder daran erinnern und mir zeigen, weshalb ich so gerne als Lehrer arbeite. Wenn ich einem Schüler mehr Selbstvertrauen geben konnte, habe ich alles erreicht, was ich wollte.

Lieber Herr Schwartz, danke für das Gespräch und Ihren tollen Einsatz für unsere Sprachschüler!

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