Eine Gruppe von Kollegen lacht während eines Sprachkurses für Unternehmen

Was ist Feedback?

Kurz und knapp: Feedback ist eine Rückmeldung auf das Verhalten anderer. Mit Feedback geben wir unserem Gesprächspartner wichtige Informationen darüber, wie das Verhalten auf uns wirkt und wie wir das Gesagte verstehen. So können Missverständnisse ausgeräumt werden und andere Personen erhalten die Chance, das Verhalten entsprechend anzupassen. Feedback kann in mündlicher oder schriftlicher Form gegeben werden. Es ist weder Provokation noch Vorwurf, sondern eine Information.

Grundsätzlich gehören zum Feedback zwei Seiten: ein Feedback-Geber und ein Feedback-Nehmer. Im Unternehmen dient Feedback der Mitarbeiterführung sowie der kontinuierlichen Verbesserung. Allerdings sind das Geben und Nehmen von Feedback eine sensible Angelegenheit: Vorgebrachte Kritik kann leicht missverstanden werden oder verletzend wirken.

Warum ist Feedback in Unternehmen wichtig?

Feedback ist ein mächtiges Werkzeug im Unternehmensalltag. Es trägt nicht nur zur persönlichen und beruflichen Entwicklung der Mitarbeiter bei, sondern hat auch weitreichende positive Auswirkungen auf die gesamte Organisation. Erfahren Sie im Detail, warum regelmäßiges und konstruktives Feedback Ihr Unternehmen voranbringen kann.

  1. Wachstum und Entwicklung fördern:
    Feedback hilft Mitarbeitern, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen und sich kontinuierlich zu verbessern. Durch konstruktives Feedback können Mitarbeiter ihre berufliche Entwicklung vorantreiben.
  2. Leistung und Produktivität steigern:
    Rückmeldungen helfen, Erwartungen zu klären und Arbeitsprozesse zu optimieren. Mitarbeiter, die regelmäßiges Feedback erhalten, sind oft motivierter und engagierter, was zu einer höheren Produktivität führt.
  3. Kommunikation verbessern:
    Eine Kultur des offenen Feedbacks fördert eine transparente und ehrliche Kommunikation innerhalb des Teams. Probleme und Missverständnisse können schneller gelöst werden.
  4. Mitarbeiterbindung stärken:
    Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt und gehört fühlen, sind eher geneigt, dem Unternehmen treu zu bleiben. Regelmäßiges und positives Feedback steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter.
  5. Innovation und Kreativität fördern:
    Ein offenes Feedbackumfeld ermutigt Mitarbeiter, neue Ideen und Ansätze vorzuschlagen, ohne Angst vor negativer Kritik zu haben. Dies kann zu innovativen Lösungen führen.
  6. Probleme identifizieren:
    Durch regelmäßiges Feedback können potenzielle Probleme frühzeitig identifiziert und behoben werden. Das verhindert größere Konflikte und fördert ein positives Arbeitsumfeld.
  7. Unternehmenskultur entwickeln:
    Eine Kultur, die Feedback wertschätzt, trägt zur Schaffung eines respektvollen und kooperativen Arbeitsklimas bei. Das kann die Atmosphäre verbessern und die Zusammenarbeit stärken.

Feedback geben: 4 Methoden im Überblick

Um Ärger, Frust oder Missverständnisse zu vermeiden, muss die sensible Gesprächssituation gezielt vorbereitet und strukturiert werden. Für eine positive Feedbackkultur kommen verschiedene Methoden infrage, von denen wir einige kurz vorstellen. Mal nimmt dabei der Arbeitnehmer die Rolle des Feedback-Gebers ein, mal ist der Arbeitgeber an der Reihe. Und in manchen Fällen kommt es sogar zum beiderseitigen Feedback.

Umfragen und Fragebögen

Diese Feedback-Methode eignet sich vor allem, wenn es darauf ankommt, schnell Rückmeldungen zu erhalten. Unternehmensintern können Online-Fragebögen einen ersten Eindruck darüber vermitteln, wie Mitarbeiter oder einzelne Abteilungen auf etwas reagieren. Hat die Geschäftsführung beispielsweise ein Belohnungssystem für bestimmte Leistungen eingeführt, kann eine Umfrage zeigen, ob die Mitarbeiter die Neuerung annehmen. Der Vorteil: Als Feedback-Methode erfordern Umfragen nur wenig Aufwand. Wenn die Fragen anonym beantwortet werden können, ist das Ergebnis besonders authentisch.

360-Grad-Feeback

Ihr Ziel ist eine umfangreiche, vielschichtige und objektive Einschätzung der Management- und Führungskompetenzen eines Beschäftigten. Der Mitarbeiter bewertet sich zunächst selbst und erhält – anonym per Fragebogen sowie im direkten Gespräch – Rückmeldung von Vorgesetzten, Teammitgliedern und manchmal auch von Kunden. So wird möglichst differenziert ermittelt, inwieweit eine Fach- oder Führungskraft definierte Kompetenzen erfüllt und in welchen Punkten Entwicklungsbedarf besteht. Vorgesetzte, Personalverantwortliche und Mitarbeiter können auf dieser Grundlage geeignete Trainingsmodule und Fortbildungen vereinbaren oder sich beispielsweise in Gehaltsverhandlungen auf die Ergebnisse beziehen.

Feedback-Sandwich (oder Feedback-Burger)

Kritische Rückmeldungen sind in einer konstruktiven Feedbackkultur wünschenswert – solange sie möglichst sachlich vorgetragen werden. Die Feedback-Sandwich-Methode soll Kritik „leicht verdaulich“ machen. Der negative „Belag“ des Sandwichs wird von zwei positiven Schichten umschlossen. Der Feedback-Geber soll dem Feedback-Nehmer zuerst eine positive Rückmeldung geben, dann den Kritikpunkt nennen und schließlich das Gespräch mit einem positiven Aspekt beenden. Damit wird vermieden, dass negative Sachverhalte zu stark betont werden.

Wenn die Reihenfolge allzu schematisch „abgearbeitet“ wird, ist das vermeintliche Lob am Ende keines mehr – zumindest kann der Feedback-Empfänger es nicht als solches erkennen. Außerdem birgt das Feedback-Sandwich die Gefahr, dass der Feedback-Geber sein Gegenüber unnötig lange hinhält und ihn dadurch zusätzlich verunsichert.

Ampel-Feedback

Sie möchten die Meinung des ganzen Teams oder Ihrer Angestellten zu einer bestimmten Frage wissen? Aber für so viele Einzelgespräche reicht die Zeit nicht aus? Mit der Ampel-Methode können Sie die Meinungen großer Gruppen schnell in Erfahrung bringen und farblich abbilden. Geben Sie allen Teilnehmern drei Karten in den Farben Rot, Gelb und Grün. Rot signalisiert Ablehnung, Grün bedeutet Zustimmung. Wer mit Gelb abstimmt, ist sich unsicher oder der Meinung, dass der Vorschlag verbesserungswürdig ist. Stellen Sie nun Ihre Frage und bitten Sie alle Teilnehmer, eine Karte ihrer Wahl hochzuhalten. Schon haben Sie ein Stimmungsbild, dass sich auch bei größeren Gruppen gut visualisieren lässt.

Die Ampel-Methode bietet nur kurze, rigide Antwortmöglichkeiten. Für komplexere Fragestellungen ist die Feedback-Methode ungeeignet. Auch die visuelle Darstellung kann zum Nachteil werden, wenn sich Teilnehmer mit ihrem Votum nach der Mehrheit richten.

Feedback-Regeln für die Gesprächskultur in Unternehmen

Ob nach einem herausfordernden Projekt oder nach einer Kundenbeschwerde: Das Geben und Nehmen von Feedback gehört zu den wichtigsten Schlüsselkompetenzen für Fach- und Führungskräfte. Eine offene Gesprächskultur im Unternehmen schafft ein angenehmes Arbeitsklima und wirkt motivierend. Kritik und Lob sachlich zu äußern, bleibt dennoch eine Herausforderung.

Für den beruflichen Alltag eignen sich die folgenden Feedback-Regeln:

5 Regeln für Feedback-Geber

  1. Sachlich zutreffend: Die Rückmeldung muss nachvollziehbar sein, besonders bei kritischen Punkten. Beziehen Sie sich auf konkrete, handfeste Beobachtungen.
  2. Zeitnah erfolgen: Für positive wie negative Rückmeldungen gilt, dass zwischen dem Auftreten des betreffenden Verhaltens und dem Gespräch nicht zu viel Zeit verstreichen sollte. Andererseits ist es nicht immer ratsam, mitten in einer aufwühlenden Situation Feedback zu geben. Dann heißt es zunächst: Emotionen ordnen und auf eine Sachebene kommen.
  3. Konkret formulieren: Formulieren Sie das Feedback so konkret wie möglich. Ihrem Mitarbeiter wird es kaum helfen, wenn Sie ihm sagen, dass seine Arbeit „immer zu ungenau“ sei. Benennen Sie stattdessen, bei welcher Aufgabe oder in welcher Situation Sie sich etwas mehr Sorgfalt erhofft hätten und welche konkreten Erwartungen Sie haben. Formulieren Sie Ihre Rückmeldung klar und eindeutig.
  4. Nicht verurteilen: Wenn Sie das Verhalten Ihres Gegenübers moralisch verurteilen („So etwas gehört sich einfach nicht“) oder gar auf äußerliche Merkmale oder schwer änderbare Charaktereigenschaften eingehen, wird das Feedback oft nicht angenommen. Wenig hilfreich ist es außerdem, sich auf Dinge zu beziehen, auf die ihr Gegenüber kaum oder keinerlei Einfluss hat. Sprechen Sie nur Verhaltensweisen an, die prinzipiell von der Person änderbar sind.
  5. Positives herausstellen: Lob ist immer ein Teil gelungener Feedbackkultur im Unternehmen. Die Wertschätzung und positive Rückmeldungen werden auch als „verstärkendes Feedback“ bezeichnet. Es ermutigt und motiviert Mitarbeitende, indem es Stärken und Leistungen in den Vordergrund rückt. Die Verknüpfung einer kritisierenden Rückmeldung mit Lob kann so eine positive Gesprächs- und Unternehmenskultur unterstützen.

3 Regeln für Feedback-Nehmer

  1. Zuhören und annehmen: Widerstehen Sie dem Impuls, sich zu verteidigen oder zu entschuldigen. Hören Sie sich gelassen an, was Ihr Gegenüber zu sagen hat, nehmen Sie es auf und denken Sie in Ruhe darüber nach.
  2. Rückfragen stellen: Wenn etwas unklar ist, können Sie durchaus Fragen stellen. Das zeigt Ihrem Gegenüber, dass Sie aktiv zuhören und engagiert sind. Anschließend können Sie Ihren Eindruck schildern. Meist ist es jedoch ratsam, Ihren Standpunkt in einem weiteren Gespräch klarzumachen.
  3. Zusammenfassen: Zum Abschluss eines Feedbackgespräches kann es sich lohnen, wichtige Erkenntnisse zusammenzufassen und ein gemeinsames Ziel zu formulieren. So können Sie sicher gehen, dass alle mit gleichen Vorstellungen auf ein neues Ziel hinarbeiten.

Fazit: Konstruktive Rückmeldung als Chance nutzen

Wir wissen alle: Kommunikative Stärke ist entscheidend für den Erfolg im Unternehmen oder im Team. Nur wer Feedback geben und nehmen kann, ist in der Lage, sich selbst und andere weiterzuentwickeln. Aber wie geben und nehmen Sie Feedback wertschätzend? Und was ist, wenn das Feedback persönlich betroffen macht? Für solche Fragestellungen erarbeiten Sie im Seminar die passenden Lösungen. Begreifen Sie Feedback als Methode, Haltung und Geschenk und lernen Sie, wie Sie qualitativ hochwertige Rückmeldungen bekommen und dadurch einen konstruktiven Beitrag zur Feedbackkultur Ihres Unternehmens leisten.

Der Beitrag wurde erstmals am 14. Juli 2016 veröffentlicht und am 24. Mai 2024 aktualisiert.

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