Bye-bye, Kulturschock! So klappt die Eingewöhnung in andere Kulturen

Berlitz

Kaum ein Erlebnis bereichert den Erfahrungsschatz so sehr wie das Eintauchen in eine andere Kultur. Aufenthalte, wie beispielsweise Auslandssemester, über mehrere Monate – in manchen Fällen auch Jahre – ermöglichen Reisenden, den authentischen Alltag im fremden Land aus erster Hand kennenzulernen. In der Anfangsphase kann die Entdeckungsreise durch fremde Lebenswelten in manchen Fällen einen sogenannten Kulturschock auslösen. Sie können ganz beruhigt sein: Wir erklären, was es hiermit auf sich hat und wie Sie nach den einzelnen Phasen der Eingewöhnung entspannt in neue Abenteuer starten können.

Sichtbare und unsichtbare Kultur

In der anfänglichen Auseinandersetzung mit einer neuen Kultur konzentrieren sich Weltenbummler meistens auf das, was sie sehen können: Essgewohnheiten, Sprache und Kleidung – um ein paar Beispiele zu nennen. Die „unsichtbaren“ kulturellen Bedingungen – Werte, Normen oder Einstellungen – werden erst bei einem längeren Aufenthalt in dem jeweiligen Land erkannt. Diese Erfahrung verfeinert in der Regel das eigene Verständnis der Kultur, kann aber auch angesichts der unerwarteten Fremdheit in einen Kulturschock umschlagen. Das klingt abrupter als es tatsächlich ist: Vielmehr können Sie sich darunter einen graduellen Prozess vorstellen.

Hinweis: Zu den weniger offensichtlichen Faktoren gehört beispielsweise auch die Körpersprache, die sich von Kultur zu Kultur unterscheidet. Lesen Sie mehr über Mimik und Gestik in fremden Ländern in unserem Beitrag über interkulturelle Kommunikation.

Andere Kulturen, andere Sitten: in vier Schritten zur Eingewöhnung

Viele Reisende machen bei längeren Auslandsaufenthalten eine Eingewöhnungsphase durch – das ist ein natürlicher Prozess, währenddessen sich Ihre Wahrnehmung mit einer anderen Kultur vertraut macht. Die Dauer der einzelnen Schritte der Eingewöhnung variiert stark von der individuellen Situation. Grundsätzlich lässt sich der Prozess in vier Phasen aufteilen.

1. Euphorie:

Sie befinden sich in der „Honeymoon-Phase“ mit dem neuen Land. Sie nehmen das Land vornehmlich durch die Augen eines Touristen auf und sind völlig von der neuen Umgebung und der Sprache begeistert.

Tipp: Treten Sie von Anfang an in Kontakt mit einheimischen Menschen, zum Beispiel indem Sie die ersten Nächte in der neuen Stadt Couchsurfing ausprobieren. Die unmittelbare Konfrontation mit den „unsichtbaren“ Facetten des fremden Landes deckt kulturelle Differenzen auf, sodass es später zu weniger Missverständnissen kommt.

2. Krise:

Mangelndes Kulturverständnis und Sprachbarrieren führen zu Missverständnissen. Unsicherheit gesellt sich zu den anfänglichen Glücksgefühlen hinzu, was bei Reisenden häufig zu einem Rückzug in die Gewohnheiten der eigenen Kultur führt.

Tipp: Probieren Sie ein neues Hobby aus oder verfolgen eine Tätigkeit, der Sie bereits zuhause nachgegangen sind. So haben Sie regelmäßig Zeit für sich selbst und zudem die Möglichkeit Menschen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen.

3. Akzeptanz:

Die Ruhe nach dem Sturm – Sie bringen immer mehr Verständnis für die neue Kultur auf, bis Sie die Differenzen schließlich akzeptieren.

Tipp: Halten Sie die vielen neuen Eindrücke in einem Tagebuch fest. Das Aufschreiben von Erlebnissen und Gefühlen hilft dabei, diese verarbeiten und reflektieren zu können. Meditation kann bei der Suche nach Akzeptanz Wunder wirken.

4. Anpassung:

Es folgt das Einleben in die immer vertrauter werdende Kultur. Häufig übernehmen Reisende sogar bestimmte Verhaltensweisen oder Dialekte aus dem neuen Umfeld.

Tipp: Lernen Sie nach einheimischer Art zu kochen oder besuchen Sie einen Sprachkurs. Durch die aktive Teilhabe an der lokalen Kultur machen Sie unvergessliche Erfahrungen und fühlen sich in Windeseile wohl.

Einleben mit links: Jetzt können die Abenteuer im fremden Land beginnen

Nachdem Sie sich erfolgreich in der neuen Umgebung eingelebt haben, steht der ausgiebigen Erkundung des Landes und seiner Städte nichts mehr im Weg.

Share this