Osterbräuche weltweit: Von Wasserschlachten, Peitschen und Drachen

Berlitz

Jedes Jahr zur Osterzeit verstecken Familien in Deutschland Ostereier im Garten, stellen blühende Zweige auf die Fensterbank und knabbern an leckeren Schokohasen.

In anderen Ländern feiern die Menschen dieses Fest auf ihre eigene Weise – darunter auch mit Traditionen, die auf uns skurril wirken. Oder sind Sie mit Wasserschlachten, Peitschenhieben oder Drachen steigen zu Ostern vertraut?

Fünf dieser außergewöhnlichen Osterbräuche aus aller Welt stellen wir in diesem Beitrag vor.

Skandinavien: Die „Osterweiber“ gehen um

Wenn Halloween und Karneval längst vorbei sind, verkleiden sich die Kinder in Finnland und Schweden als Osterhexen mit Besenstiel und Kupferkessel. Sie ziehen von Haus zu Haus und hoffen, für selbstgemalte Bilder, dekorierte Weidenzweige oder kleine Osterbriefe ein paar Süßigkeiten zu bekommen.

Diese Ostertradition hat ihren Ursprung in der Legende vom Blåkulla (Schweden) bzw. Kyöpelinvuori (Finnland). Auf diesem Berg sollen die Hexen an Ostern mit dem Teufel getanzt haben. Um sie zu vertreiben, entzünden die Skandinavier am Ostersonntag ein großes Feuer. Dann ziehen sich die påskkäringar, die Osterweiber, zurück – bis zum nächsten Jahr.

Polen: Ein feucht-fröhlicher Ostermontag

Wer das Osterfest in Polen verbringt, sollte sich am Ostermontag mit Wasserpistolen, Schöpfkellen und Eimern voller Wasser bewaffnen. Denn am Śmigus-dyngus, dem „Tag des Wassergießens“, erhält jede Frau, die nicht aufpasst, von den Männern eine kalte Dusche – egal, welche Temperaturen draußen herrschen. Manche werden sogar von ihnen zum Bach- oder Seeufer getragen und hineingeworfen.

Mit dieser Ostertradition feiern die Polen die Gesundheit und Schönheit der Damen. Früher bespritzten die feinen Herren ihre Liebsten lediglich mit etwas Rosenwasser. Heutzutage hat sich dieser Osterbrauch zu einer wahren Wasserschlacht auf den Straßen des Landes entwickelt. Und die Frauen spritzen natürlich zurück.

Korfu: 10 Minuten für Tausende Scherben

Auf der griechischen Insel Korfu wird es am Ostersonntag um Punkt 11 Uhr richtig gefährlich. Dann werfen die Bewohner nämlich Tontöpfe jeglicher Größe von ihren Balkonen. Das lautstarke Spektakel dauert nur zehn Minuten. Es soll böse Geister vertreiben und das neue Jahr einläuten – schließlich ist das Osterfest die wichtigste Feierlichkeit im griechisch-orthodoxen Kirchenjahr. Übrigens feiern die Griechen Ostern an einem anderen Tag als in Deutschland, denn sie richten sich nach dem Julianischen Kalender.

Vorbeigehende Passanten sammeln einige Scherben auf, da sie Glück bringen sollen. Dieser Osterbrauch geht wahrscheinlich auf das 16. Jahrhundert zurück, als die Inselbewohner unnütze und alte Sachen aus dem Fenster warfen, um wieder Ordnung im Haus zu schaffen.

Tschechien: Ein Klaps auf den Po

In Tschechien sind ebenfalls die Damen das Ziel der Osterbräuche. Die Männer basteln aus frischen Weidenzweigen eine Rute, mit der sie ihren Ehefrauen, Töchtern und Nachbarinnen einen symbolischen Klaps auf die Oberschenkel oder den Po geben. Dabei soll die Lebenskraft und Stärke der Zweige auf die berührte Person übergehen.

Der sogenannte Peitschen-Montag ist vor allem in ländlichen Regionen eine beliebte Ostertradition. Nach dem Klaps kommen die Ostergedichte: Die Männer gehen von Tür zu Tür, tragen ihr Sprüchlein vor und hoffen auf eine kleine Belohnung. Jungs bekommen bunte Ostereier oder Süßigkeiten, Jugendliche Geld und die Erwachsenen ein Gläschen Schnaps.

Bermuda-Inseln: Drachen bevölkern den Himmel

Auf den Bermuda-Inseln gibt es einen ganz besonderen Osterbrauch: In den Wochen vor dem Fest basteln die Einheimischen Drachen aus Holzstöcken, buntem Papier und auffälligen Mustern. Am Osterwochenende versammeln sich Familie und Freunde dann am Strand und lassen die Drachen in den Himmel fliegen.

Die bunten Fabelwesen symbolisieren den Aufstieg der Seele. Ein spezieller Folienüberzug, der hummer („Brummer“), sorgt für das typische surrende Geräusch. Richtig bunt wird es zum jährlichen Drachenfest am Karfreitag, das viele Einheimische und Urlauber besuchen. Es findet am Horseshoe Bay Beach statt, dem beliebtesten Strand der Karibikinsel.

Nicht nur Osterbräuche sind weltweit verschieden. Auch die Benimmregeln unterscheiden sich von Land zu Land. Wenn es Sie in den hohen Norden zieht, finden Sie in unserem „Schweden-Knigge“ viele praktische Tipps.

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