Dänemark: Einblick in kulturelle Gemeinsamkeiten und die dänische Sprache

Berlitz -

Hundert Jahre friedliche Grenzziehung: 2020 feiern Dänemark und Deutschland die Volksabstimmung von 1920, als der Süden Jütlands mit Dänemark wiedervereinigt wurde. Zum deutsch-dänischem kulturellem Freundschaftsjahr erklären wir Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der Nachbarländer und geben erste Einblicke in die dänische Sprache.

Das deutsch-dänische Freundschaftsjahr 2020

Ausstellungen, Konzerte, Debatten: Dänemark und Deutschland feiern die demokratische Lösung der Grenzfrage vor genau 100 Jahren mit mehr als hundert Einzelveranstaltungen und zwölf Leuchtturmprojekten. Dabei ist das heute so vorbildliche Verhältnis in der Grenzregion das Ergebnis einer wechselhaften und durchaus strapazierte Vergangenheit.

Südschleswig, ein Gebiet bis hinunter zur Eider, war lange Zeit dänisch, Nordschleswig hingegen mit seinem Gebiet deutlich nördlich der gegenwärtigen Landesgrenze, beheimatet noch immer eine deutsche Minderheit.

Aktuell leben rund 15.000 Deutsche und knapp 60.000 Dänen im Grenzgebiet jeweils außerhalb ihres Heimatlandes. Kultureller Austausch, Förderung von Minderheitsinteressen und gelebte politische Teilhabe machen das heutige Leben in der Region zu einem weltweiten Vorbild für grenzübergreifende, freundschaftliche Völkerverständigung.

Kulturelle Ähnlichkeiten

Dänisches Design und deutsche Gründlichkeit, skandinavisches Lebensgefühl und Ingenieurskunst Made in Germany: Die Unterschiede zwischen beiden Nationen scheinen auf den ersten Blick größer als deren Gemeinsamkeiten. Das beginnt bereits bei der Begrüßung, die in Dänemark grundsätzlich per „Du“ abläuft, während die deutsche Höflichkeitsform „Sie“ hierzulande verbreitet ist. Doch die lange Nachbarschaft hat zu einem freundschaftlichen Nebeneinander geführt, das auf gegenseitigem Respekt und Verständnis für die Eigenheiten des Anderen basiert.

Und die Zusammenarbeit zahlt sich aus: Das Danewerk, eine mittelalterliche Befestigungsanlage und eines der bedeutendsten dänischen Nationaldenkmäler, liegt auf der deutschen Seite der Grenze, doch beide Staaten bemühten sich gemeinsam erfolgreich um eine Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterben.

Auch gehören dänische Kitas in Flensburg zum Alltag und die politische Interessenvertretung der dänischen Minderheit (Südschleswigsche Wählerverband SSW) ist von der Fünf-Prozent-Hürde bei den Landtagswahlen befreit. Trotz aller Unterschiede ist das gemeinsame Wohlwollen in vielen Details spürbar – und macht Lust auf die Events beim kulturellen Freundschaftsjahr 2020.

Grundlagen der dänischen Sprache

Dänisch und Deutsch gehören beide zur germanischen Sprachfamilie. Während die dänische Sprache gemeinsam mit Schwedisch, Norwegisch, Isländisch und Färöisch zu den Nordgermanischen Sprachen zählt, stammt das Deutsche vom Westgermanischen ab. Durch die große Nähe gibt es heute vielen Ähnlichkeiten. So besitzt das Dänische viele Lehnwörter aus dem Deutschen und beide Sprachen nutzen identische Begriffe für dieselben Dinge.

Doch die Krux liegt im Detail und viele ähnlich klingende Wörter haben eine vollkommen andere Bedeutung in der jeweiligen Sprache. Wen ein Däne von „smuk“ spricht, findet er etwas „schön“ meint aber nicht zwangsläufig „Schmuck“. Und „Dyne“ bedeutet zum Beispiel „Bettwäsche“ statt „Düne“.

Dazu kommt die Aussprache des Dänischen, die eine ganz eigenes Thema ist: Selbst im Vergleich mit anderen skandinavischen Sprachen gilt sie als relativ schwer verständlich. Stumme oder anders ausgesprochene Konsonanten, verschluckte Endungen und der Stød (Stoßton oder Kehlkopfverschluss) sorgen für eine eigentümliche Aussprache, die entfernt ans Niederländische oder Friesische erinnert. Wer Dänisch lernen möchte, steht – neben der überschaubaren Grammatik – eine kleine Herausforderung bei der Betonung der neuen Wörter bevor.

Einen ersten Einblick in die Sprache geben die folgenden Vokabeln, um sich mit unseren dänischen Nachbarn bekannt zu machen:

  • Hallo – Hej
  • Tschüss – Vi ses
  • Danke – tak
  • Bitte – velbekom
  • Prost – Skål (Skool)
  • Mein Name ist ... – Jeg hedder ...
  • Wie geht es dir? – Hvordan har du det?
  • Wo ist (der Bahnhof)? – Hvor er (stationen)?

Eines der beliebtesten Spielzeuge der Welt kommt aus Dänemark: LEGO! Wie sich die kleinen Männchen auf Dänisch anhören würden hört ihr hier:

Hygge

Ein dänischer Begriff ist in den vergangenen Jahren auch in Deutschland als Trend bekannt geworden: das fast unübersetzbare Wort „hygge“, das das dänische Lebensgefühl bestens beschreibt. Was das Wort ausmacht und wie Sie Ihrem Leben etwas mehr skandinavische Gemütlichkeit einhauchen, haben wir in unserem Hygge-Guide zusammengetragen.

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