Französische Sprichwörter und ihre Bedeutung

Berlitz -

Bekannte französische Redensarten und ihre Übersetzung

Französische Sprichwörter finden in der Literatur und im alltäglichen Sprachgebrauch rege Verwendung. Wortwörtliche Übersetzungen helfen jedoch nur begrenzt weiter und führen oft zu Missverständnissen. Hier stellen wir einige schöne französische Sprüche, ihre jeweilige Herkunft und ihre Bedeutung im Deutschen vor.

„Il fait un froid de canard!“

Besonders zur kalten Jahreszeit ist dieser Spruch zu hören – wortwörtlich übersetzt: Es ist entenkalt. Die Redewendung entspringt der Entenjagd und bezeichnet die Periode, in der sich diese Vögel eher an Flüssen und Bächen aufhalten, weil die Teiche und Seen zugefroren sind. Die Jäger warten in ihrem Versteck – frierend – auf eine passende Gelegenheit. Die deutsche Entsprechung bezieht sich dagegen auf andere Tiere: saukalt oder Hundskälte.

„Le jeu n’en vaut pas la chandelle“

Diese französische Redewendung bedeutet, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Sie hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit fanden Kartenspiele noch im Schein eines Kerzenständers statt. Am Ende eines Abends hinterließen die Spieler ein wenig Geld, um die Auslagen für die Beleuchtung zu decken. Wenn das Spiel jedoch schlecht gelaufen war, hatten sie nicht einmal mehr genug Münzen, um die Kerzen zu bezahlen. Wenn also eine Idee oder ein Plan zu viele Kosten oder Probleme hervorruft, dann sagen die Franzosen „Das Spiel ist die Kerze nicht wert“.

„Paris ne s’est pas fait en un jour!“

„Paris ist nicht an einem Tag entstanden.“ Das ist richtig: Es dauerte mehrere Jahrhunderte. Deshalb bedeutet dieser schöne französische Spruch im übertragenen Sinn: Gut Ding will Weile haben.

„Poser un lapin à quelqu’un“

Wer sich Dinge gut vorstellen kann, dem mag diese Redewendung seltsam erscheinen: Jemandem einen Hasen hinlegen. Die eindeutige Herkunft dieses Sprichwortes ist unklar, im Laufe der Jahrhunderte hat es unterschiedliche Bedeutungen angenommen. Heutzutage wird damit ausgesagt, dass eine Person zum vereinbarten Treffen oder Rendezvous nicht erschienen ist – sie präsentiert dem Wartenden stattdessen einen Hasen.

„Faire une nuit blanche“

Wenn eine Person nachts nicht geschlafen hat, dann hat sie wortwörtlich „eine weiße Nacht gemacht“. Sprachlich gesehen stecken in dem französischen Ausdruck zwei Bedeutungen: „Weiß“ einmal im Sinne von hell erleuchtet als Gegensatz zur Schwärze der Nacht und einmal im Sinne von Abwesenheit, also dem fehlenden Schlaf. Im Französischen existiert zum Beispiel auch der Ausdruck „vote blanc“: Der Wähler gibt einen weißen, das heißt leeren Stimmzettel ab.

Möglicherweise haben die Franzosen diese Redewendung aus den russischen „Weißen Nächten“ in St. Petersburg übernommen. Zu Zeiten von Zarin Katharina II. lebten viele Franzosen in der russischen Hauptstadt. In den Sommermonaten geht die Sonne dort nicht oder nur sehr kurz unter – die Nächte sind also hell erleuchtet. Analog dazu findet einmal jährlich die „Nuit blanche“ in Paris statt – eine Nacht, in der die Stadt erstrahlt und viele Künstler ihre Werke öffentlich ausstellen.

„Dormir sur ses deux oreilles“

Wenn jemand auf seinen beiden Ohren schlafen kann – was anatomisch äußerst schwierig ist –, dann macht er sich keine Sorgen. Er schläft seelenruhig, wie ein Baby. Woher dieses Sprichwort stammt, ist unklar. Möglicherweise entstand die Redewendung als Gegensatz zu „ne dormir que d’un oeil“: Jemand schläft nur mit einem geschlossenen Auge, das andere bleibt geöffnet und wachsam.

Wer mehr über die französische Kultur erfahren will und vielleicht sogar in Frankreich leben oder arbeiten möchte, für den haben wir zahlreiche Informationen zu diesem Thema zusammengestellt.

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