Leben und Arbeiten in Frankreich

Berlitz -

Das westliche Nachbarland Deutschlands steht für hohe Lebensqualität, seine hervorragende Küche und wunderschöne Landschaften. Für Arbeitnehmer bietet Frankreich weitere Vorteile, wie den Mindestlohn von aktuell 9,61 € pro Stunde, die 35-Stunden-Woche und eine großzügige Kinderbetreuung. Als EU-Bürger dürfen sich Deutsche überall in Frankreich niederlassen und einen Job ihrer Wahl ergreifen.

Ohne Französisch geht es nicht

Wer den Gedanken an ein Leben in Frankreich hegt, sollte vor allem gute Französischkenntnisse im Gepäck haben, denn ohne diese ist es unmöglich. Selbst wer in einem internationalen Unternehmen in Paris tätig wird und dort größtenteils mit Deutsch und Englisch durchkäme, stünde im französischen Lebensalltag schnell vor großen Problemen.

Eine Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung ist für EU-Bürger zwar nicht verpflichtend, doch die "Carte de séjour" erleichtert Behördengänge und Bewerbungen ungemein. Sie ist bei der jeweiligen Polizeipräfektur erhältlich, bzw. in Paris beim OFII (Office Français de l'Immigration et de l'Intégration). Studenten wenden sich hier an das Centre de Réception des Étudiants Étrangers in Paris.

Der Umzug nach Frankreich

Die meisten Ausländer zieht es zum Arbeiten in den Großraum Paris-Île de France, während sich Rentner den Ruhestand an den sonnigen Küsten Südfrankreichs versüßen möchten. Wie überall auf der Welt bestimmt die Nachfrage auch in Frankreich den Immobilienpreis: Das malerische Häuschen mit Pool in den Hügeln der Provence kann je nach Lage so viel kosten wie eine Villa in Deutschland – die Mieten in Paris gehören zu den höchsten in ganz Europa. Hier kann es sinnvoll sein, für die ersten Monate ein möbliertes Appartement zu mieten und sich vor Ort auf die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zu machen.

Hilfreich sind Immobilienportale wie pap.fr, die neben Immobilienanzeigen auch zahlreiche Informationen bereithalten. Neben der auch in Deutschland üblichen Kaution (Dépôt de Garantie) werden generell Nachweise über eine vorhandene Hausratsversicherung (Assurance multirisques habitation) und oft auch eine Bürgschaftserklärung eines Dritten verlangt, die verwirrenderweise "Caution" genannt wird.

Wer das eigene Auto mit nach Frankreich nimmt, muss es spätestens nach sechs Monaten in Frankreich beim "Service Cartes Grises" anmelden. Dann wird auch eine französische KFZ-Versicherung erforderlich. Erfreulich: Eine KFZ-Steuer gibt es im Nachbarland nicht.

Bewerbungen in Frankreich

Französische Stellenanzeigen sind häufig mit Abkürzungen gespickt. Wichtig für Bewerber sind die Kürzel CDI und CDD (Contrat à durée indéterminée / déterminée), die auf einen unbefristeten bzw. befristeten Vertrag hinweisen. Bei der Bewerbung selbst reichen zunächst ein Motivationsschreiben und ein kurzer Lebenslauf. Die in Deutschland so geliebten Zeugnisse und Zertifikate sind eher zweitrangig. Es versteht sich von selbst, dass die Bewerbungsschreiben in hervorragendem Französisch verfasst sein sollten.

Die Steuern und Sozialabgaben sind in Frankreich niedriger als in Deutschland. Der Beitrag zur Krankenversicherung beträgt beispielsweise nur 0,75 % des Gehaltes, während der Arbeitgeber 12,8 % übernimmt. Allerdings wird in Frankreich eine in Deutschland unbekannte Sozialsteuer (Contribution sociale généralisée) von 7,5 % erhoben.

Kinderbetreuung in Frankreich

Schon lange schielen berufstätige deutsche Eltern sehnsüchtig nach Frankreich, wo Krippen und Kitas schon für die Jüngsten viel weiter verbreitet und akzeptiert sind. Die "Ecole Maternelle" ist für alle drei- bis fünfjährigen Kinder genauso selbstverständlich wie der Ganztagsunterricht in der Grundschule.

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