4 Tipps, um typisch französisch zu werden

Berlitz

Frankreich weckt bei vielen Menschen Sehnsüchte: von Paris, der Stadt der Liebe, der Mode und des Parfüms, über die duftenden Lavendelfelder der Provence bis hin zu Baguette, Rotwein und mindestens 350 Sorten Käse – und das übrigens ohne Übertreibung. Und die Franzosen? Sie sind bekannt für ihr Savoir-vivre und andere charakteristische Verhaltensweisen. In diesem Beitrag geben wir Ihnen vier Tipps, wie Sie ganz schnell typisch französisch werden können.

Tipp 1: Das Leben genießen und feiern

Die Franzosen genießen es, Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden bei einem „Apéro“, das heißt, einem Glas Wein oder Pastis, oder einem ausgedehnten Essen zu verbringen. Sie feiern gern Feste, egal ob das Dreikönigsfest am 6. Januar mit der „Galette des Rois“ oder die „Fête Nationale“, den Nationalfeiertag, am 14. Juli. Ein Anlass findet sich immer.

Zur französischen Lebenskultur gehört zentral die Gastronomie. Sie zählt sogar seit 2010 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die „cuisine française“ symbolisiert Gemeinschaft, Gespräch und Austausch. Da können gern ein paar Stunden zwischen „hors-d'œuvre“ (Vorspeise) und „dessert“ (Nachtisch) vergehen. Laden Sie doch Ihre Freunde oder Ihre Familie einmal zu einem französischen Abendessen ein, mit mindestens drei Gängen und viel Zeit für Gespräche. Der Wein darf dabei natürlich nicht fehlen. Hier achten die Franzosen sehr auf Qualität und trinken am liebsten ihren roten Bordeaux, einen weißen Bourgogne oder den Roséwein von den Côtes du Rhône.

Tipp 2: Einen eleganten Kleidungsstil pflegen

Die Stadt der Mode lebt von hochkarätigen Designern wie Coco Chanel, Yves Saint-Laurent, Christian Dior oder Jean-Paul Gaultier. Und die Eleganz der Pariserinnen ist weltweit bekannt. Wie schaffen die französischen Frauen es, alle Blicke auf sich zu ziehen? Das Geheimnis lautet: Sie wählen dezente Farben wie Blau, Schwarz, Grau oder Weiß, denn sie lassen sich wunderbar miteinander kombinieren. Und so vermeiden sie auch einen modischen „Faux pas“, einen Fehltritt.

Außerdem sind Französinnen nie vollkommen durchgestylt. Sie tragen elegante Kleidung, haben aber beispielsweise ihre Haare nur schnell mit einem Gummiband fixiert. Wenn sie knallige Farben einsetzen, dann sehr gekonnt: Ein einziges originelles Detail, wie eine Handtasche oder eine auffällige Kette, genügt. Außerdem legen sie viel Wert auf schicke Schuhe. Ähnliches gilt für die Herren. Auch sie kleiden sich sehr elegant, egal ob für ein Date oder eine Vorlesung an der Universität.

Wenn Sie ein waschechter Franzose bzw. eine waschechte Französin werden wollen, gehen Sie in ein Pariser „Magasin de mode“, ein Bekleidungsgeschäft, und lassen sich professionell beraten. Et voilà!

Tipp 3: Immer eine Meinung haben

Diskussionen stehen in der „Grande Nation“, der großen Nation, an der Tagesordnung, ob im Café an der Ecke, bei der Arbeit oder im Fernsehen. Dabei sprechen die Franzosen über Gott und die Welt und vertreten bei jedem Thema einen eigenen Standpunkt. Franzosen lieben ihre Individualität. In unserem Nachbarland ist es auch üblich, sich ins Wort zu fallen. Das ist für uns Deutsche schwer zu verstehen, aber eben typisch französisch.

Sich regelmäßig beschweren gehört auch dazu: über die Arbeit, den Chef oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Das geht zum Beispiel mit den umgangssprachlichen Redewendungen „J’en ai ras le bol!“ oder „J’en ai marre!“ – „ich habe die Nase gestrichen voll“. Sie können die Franzosen auch auf die Straße begleiten und mit ihnen demonstrieren. Vom Arbeiter bis zum Hochschulprofessor kämpfen sie regelmäßig für Frieden, mehr Gehalt oder bessere Arbeitsbedingungen.

Tipp 4: Einen ausgedehnten Sommerurlaub machen

Im Juli und August eines jeden Jahres hält in Frankreich die Zeit an: Die Kinder haben zwei Monate lang Ferien, Geschäfte schließen für drei bis vier Wochen und in der Verwaltung ist auch niemand zu erreichen. Die Großstädter fliehen aufs Land oder ans Meer und kosten ihren wohlverdienten Sommerurlaub aus. Ein typischer Franzose reist jedoch nicht wie viele Deutsche bevorzugt in die Ferne, sondern verbringt die warme Jahreszeit lieber an der Côte d’Azur, an der Atlantikküste der Region Aquitaine oder in der Provence. Er besucht seine Familie, feiert mit ihnen und genießt das Leben.

Machen Sie es ihm einfach nach: Verbringen Sie Ihren nächsten „congé annuel“ (Jahresurlaub) in Frankreich, wenn möglich zwei oder drei Wochen lang. Lernen Sie die Leute vor Ort kennen und laden Sie Ihre neuen Freunde auf einen Apéro ein, mit einem guten Wein und ein wenig „charcuterie“ (Wurstaufschnitt) oder „fromage“ (Käse). „A la santé!“ – Aufs Wohl!

Es ist gar nicht so schwer, sich wie ein typischer Franzose zu verhalten. Genießen Sie in allererster Linie das Leben und lassen Sie sich von französischen Verhaltensweisen inspirieren. Und wenn Sie vorhaben, länger bei unseren Nachbarn zu verweilen, finden Sie in dem Artikel „Leben und Arbeiten in Frankreich“ einige hilfreiche Tipps.

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