Resilienz trainieren: 8 Übungen und Strategien
Ob eine Situation als belastend empfunden wird, ist oftmals eine Frage der inneren Einstellung und der persönlichen Haltung. Die gute Nachricht: Erwachsene können die eigene Resilienz stärken und trainieren. Dabei steht ein dynamischer Lernprozess im Vordergrund. Wer die eigene Resilienz trainieren möchte, muss gezielt an den persönlichen Stärken und Schwächen arbeiten. Regelmäßige Pausen und Entspannungsphasen helfen in diesem persönlichen Entwicklungsprozess und haben eine besonders positive Wirkung auf die psychische Gesundheit.
Tipp: Unternehmen können ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, indem Sie durch gezielte Schulungsangebote er mentalen Erschöpfung vorbeugen und die innere Widerstandskraft ihrer Angestellten fördern. Berlitz bietet Ihnen ein vielfältiges Angebot an Business-Seminaren zu Stressbewältigung, Resilienz und Achtsamkeit.
Die folgenden Übungen und Ideen helfen Ihnen und Ihrem Team zusätzlich, Ihre persönliche Resilienz im Alltag zu trainieren.
1. Krisenkompetenz erkennen
Wann haben Sie zuletzt darüber nachgedacht, welche kleineren oder auch größeren Krisen Sie bereits überstanden haben? Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und schreiben Sie auf, wie Sie diese Ihrem besten Freund oder Ihrer besten Freundin beschreiben würden und was Ihnen bei der Bewältigung geholfen hat. Notieren Sie, was Sie durch diese Krisen gelernt haben. So finden Sie zurück zu Strategien, die Ihnen bereits geholfen haben und sich möglicherweise auf die aktuelle Krisensituation übertragen und anwenden lassen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie es in der Hand haben.
2. Unabhängig und selbstbewusst agieren
Menschen, die ein klares Bild von sich selbst und ihrer Zukunft haben, fühlen sich weder hilflos noch fremdgesteuert. Sie gehen Krisen aktiv an und wachsen an deren Bewältigung. Wenn Sie Verantwortung für Ihr Leben und Ihr Handeln übernehmen, machen Sie sich emotional unabhängig von anderen. Im beruflichen Kontext bedeutet dies, auch mal aus der Komfortzone herauszugehen, selbst aktiv zu werden und lösungsorientiert zu arbeiten.
3. Ziele realistisch setzen
Setzen Sie sich realistische Ziele und entwickeln Sie eine Perspektive für Ihre Zukunft. Wer seine Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen kann, gelangt nur selten an seine Grenzen und wird von Krisen weniger stark getroffen. Das schützt vor Misserfolgen sowie Stresssituationen und ermöglicht es, Herausforderungen gelassen und selbstbewusst entgegenzutreten. Wenn Sie wissen, was Sie wollen und wie Sie es erreichen können, verlieren Sie auch in schwierigen Situationen nicht die Perspektive.
4. Hilfe akzeptieren und Netzwerk schaffen
Wer die eigene Resilienz stärken möchte, muss nicht alles im Alleingang erledigen. Resiliente Menschen nehmen Hilfe von Kollegen oder Vorgesetzten an und fordern sie bei Bedarf ein. Gemeinsam mit anderen lösungsorientiert zu arbeiten, wirkt dem Stress am Arbeitsplatz gezielt entgegen.
Übrigens: Auch Familie, Freunde und andere Vertraute sind wichtige Bezugspersonen, um die persönliche Resilienz zu trainieren. Ein vertrauensvolles Netzwerk an Personen sorgt für ein gesundes seelisches Gleichgewicht.

5. Auszeiten gönnen
Nur wer auch für sich selbst sorgt und sich Auszeiten und Regenerationsphasen gönnt, bleibt auf Dauer widerstands- und leistungsfähig. Self-Care am Arbeitsplatz kann zum Beispiel darin bestehen, sich ausreichend Zeit zu nehmen und in der Mittagspause einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen oder sich mit netten Kollegen zu unterhalten. Auch Sport ist für einen positiven Effekt bekannt.
6. Optimistisch sein
Eine gesunde Portion Optimismus verleiht Kraft und innere Stärke. Der feste Glaube, dass am Ende alles gut ausgehen wird, kann Energie freisetzen, um ein Problem erfolgreich zu bewältigen. Auch wenn Sie heute noch nicht wissen, wie Sie ein Problem lösen können: Der Glaube an den Erfolg trägt Sie auch durch schwierige Phasen.
Erstellen Sie beispielsweise eine Liste mit mindestens zehn Dingen, die Sie wirklich gut können. Sie können diese Liste in drei Bereiche aufteilen: eine berufliche Liste, eine Liste für Ihre Beziehungen und eine Liste für Ihre Freizeit. Was sind Ihre Stärken? Hierfür können Sie auch Freunde, Kollegen oder Ihren Partner fragen. In einer akuten Krise kann Ihnen ein Blick auf die Liste helfen, sich Ihrer Talente und Fähigkeiten bewusst zu werden und mehr Selbstvertrauen zu gewinnen.
7. Achtsamkeit trainieren
Meditation, bewusstes Atmen und andere Achtsamkeitsübungen stärken Ihre Resilienz zusätzlich. Achtsamkeit hilft Ihnen, bewusster mit den eigenen Stärken und Schwächen umzugehen und trägt dazu bei, Stress im Arbeitsalltag zu reduzieren. Besonders praktisch ist, dass Sie die Übungen immer und überall machen können.
Damit Achtsamkeitsübungen einen dauerhaft positiven Effekt auf den Arbeitsalltag haben, sollten sie zu einer festen Gewohnheit werden. Immer mehr Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern ein Achtsamkeitstraining im Unternehmen an, um die Fähigkeit dauerhaft in den Firmenalltag zu integrieren. Davon profitieren sowohl die Mitarbeiter als auch das Unternehmen selbst: Ein entspanntes Team ist motivierter und zufriedener.
8. Krisen als Chancen sehen
Private oder berufliche Krisen sind oft der Anstoß zu einem Neuanfang. Sehen Sie ausweglos erscheinende Situationen als Chance, Ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, auch wenn Ihnen das am Anfang schwerfällt. Wer schafft, eine Lebenskrise erfolgreich zu überwinden, den wirft so schnell nichts mehr aus der Bahn.