Teambuilding: Schlüssel zu toller Teamarbeit oder Unsinn?

Berlitz

Teamarbeit wird in Unternehmen immer wichtiger. Über Abteilungen, Standorte und Ländergrenzen hinweg kooperieren die Mitarbeiter in gemeinsamen Projekten. Um die Entwicklung dieser Teams zu fördern, organisieren immer mehr Führungskräfte sogenannte Teambuilding-Maßnahmen. Doch bringen die wirklich was? Und wenn ja, was können die Teilnehmer lernen? Wo liegen die Nachteile? Und welche Teamübungen gibt es überhaupt? All das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Beliebte Teamspiele: von klassisch bis kreativ

Als Klassiker unter den Teamübungen gilt der Kochkurs. Die Kollegen lösen eine gemeinsame Aufgabe – die Zubereitung einer Mahlzeit oder eines einzelnen Gangs – und treffen dafür Absprachen und verteilen Aufgaben. Beim anschließenden Essen tauschen sie sich aus und lernen sich besser kennen.

Im Escape Room geht es um die gemeinsame Lösung eines Rätsels. Doch hier spielen sowohl Angst als auch ein enges Zeitfenster eine wichtige Rolle. Diese Übung findet in speziellen Locations statt, etwa in einem Bunker oder einer präparierten Gefängniszelle. Die Kollegen haben eine Stunde Zeit, um alle im Raum verstreuten Hinweise zu finden und zu entschlüsseln. Dann können sie das Zimmer wieder verlassen.

Ganz kreativ wird es im Business Circus. Fantasie, Kreativität und Konzentration wachsen, wenn die Mitarbeiter in die Rolle eines Jongleurs, Clowns oder Akrobaten schlüpfen. Im Zirkuszelt erproben sie sich in neuen Fähigkeiten, sie gewinnen mehr Selbstvertrauen und trainieren ihre Körperwahrnehmung. Die Veranstaltung endet mit einer internen Aufführung. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Teambuilding-Maßnahmen wie Seifenkisten bauen, Krimi-Dinner oder Autos zertrümmern.

Vorteile gruppendynamischer Spiele

Der Spaßfaktor steht bei Teamübungen klar im Vordergrund. Die meisten Mitarbeiter schätzen die Abwechslung zum Arbeitsalltag. Je nach ausgewähltem Spiel vereint es das Team. Die Kollegen lernen, sich aufeinander zu verlassen. Durch die veränderte Umgebung entstehen mitunter neue Ideen, etwa für die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz. Während der Auswertung des Events kann jeder Teilnehmer seine Eindrücke schildern. Diese „sichere“ Umgebung für den Austausch kann sich anschließend auch aufs Büro übertragen. Zudem verbessert Teambuilding die Funktionsweise des gesamten Teams. Die Mitarbeiter lernen in den Events ihre eigenen Stärken kennen und können ihr Rollenverständnis auf den Prüfstand stellen.

Nachteile von Teamspielen

Teambuilding ist kein Allheilmittel. Ein angenehmer Nachmittag außerhalb des Büros verändert in den meisten Fällen nichts am Arbeitsalltag. Der Effekt verpufft zu schnell. Die Schwierigkeit besteht zudem darin, das in der Teamübung Gelernte auf die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz zu übertragen. Wenn im Anschluss an das Event eine Auswertung stattfindet, kann die Langzeitwirkung jedoch größer sein.

Während der gruppendynamischen Spiele kann es zu Streitigkeiten oder Diskussionen unter den Kollegen kommen. Eine Entscheidungsfindung kann dann schwerfallen. Weniger Aktive haben außerdem die Gelegenheit sich zurückzunehmen und dominanteren Kollegen das Feld zu überlassen. Auch das kann sich kontraproduktiv auswirken. Wenn die Teams zu groß sind, müssen je nach Spiel kleinere Gruppen gebildet werden. Diese treten dann gegeneinander an, was der Teamentwicklung wiederum entgegensteht.

Ziele des Teambuildings

Teambuilding sollte als Prozess verstanden werden. Eine werteorientierte Unternehmenskultur, die tagtäglich zum Tragen kommt, kann mehr bewirken als Momentaufnahmen eines zusammengeschweißten Teams nach einer gemeinsamen Raftingtour.

Nichtsdestotrotz können Teamübungen erfolgreich sein. Dafür sollte sich der Initiator vorher genau überlegen, was mit der Maßnahme erzielt werden soll. Geht es um effektiveres Teamwork? Soll die Motivation gefördert werden? Oder sollen die Kollegen ihr gewohntes Arbeitsumfeld verlassen, damit sie neue Ideen entwickeln können? Bei ungewöhnlichen Events wie Paintball sollten die Mitarbeiter zudem vorab gefragt werden, ob sie aus ethischen und/oder gesundheitlichen Gründen nichts dagegen einzuwenden haben.

Wenn Führungskräfte die gruppendynamischen Spiele gut durchdenken und planen, klappt es mit dem Teambuilding. Nicht zuletzt zählt auch die richtige Einstellung aller Teilnehmer: Sie sollten sich auf die Übungen einlassen.

Wie Sie – zurück im Büro – den Flow am Laufen halten, erfahren Sie in unserem Beitrag „Flow-Erlebnis bei der Arbeit“.

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