Ziele erreichen im Beruf: Wie Sie besser schaffen, was Sie sich vornehmen

Berlitz -

Geradlinige Karrierepfade gehören der Vergangenheit an. Auf dem Weg zur Traumposition oder angestrebten Erfolgen gehören Umwege und Abzweigungen heute dazu. Um dabei nicht verloren zu gehen oder im Kreis zu laufen, sind klare Zielvorstellungen ein Muss. Wie aber formen und erreichen Sie diese im Berufsleben – sowohl im Großen, als auch im Kleinen? Dieser Frage gehen wir im folgenden Beitrag nach und stellen Ihnen dazu zwei hilfreiche Methoden vor.

Zielstrebigkeit: Persönlichkeitsmerkmal oder erlernbar?

In Ihrem Umfeld gibt es sie bestimmt auch: Die Menschen, die schon früh im Leben wissen, dass sie einmal Manager, Pilot oder Arzt werden möchten. Mit viel Disziplin und einem hohen Maß an intrinsischer Motivation gehen solche Personen ihre Karrierewünsche an – sie scheinen eine angeborene Zielstrebigkeit zu besitzen.

Falls Sie selbst nicht so ticken – Sie sind nicht alleine! Viele tun sich insbesondere am Anfang ihrer Karriere schwer, den richtigen Weg zu finden. Das ist verständlich: Schließlich gibt es heutzutage mehr Möglichkeiten denn je. Außerdem, wer weiß denn schon, ob nicht vielleicht morgen der Headhunter Ihres Traumunternehmens anruft? Daher kommt es häufig vor, dass Unverbindlichkeit praktiziert wird: es wird immerzu auf eine noch bessere Gelegenheit gewartet. Diese Einstellungen birgt jedoch die Gefahr, dass Sie vor lauter Optionen gar nichts richtig angehen – und so letztlich immer mehr oder weniger unzufrieden bleiben. Studien belegen sogar, dass zielstrebige Personen nicht nur zufriedener sind, sondern höchstwahrscheinlich sogar länger leben als solche, die keine Ziele verfolgen.

Zielstrebigkeit gehört in der modernen Arbeitswelt ganz klar zu den Soft Skills, auf die Personaler Wert legen. Schließlich möchten auch Unternehmen einen bestimmten Plan verfolgen. Deshalb suchen sie Menschen, die dazu beitragen können und wollen. Dass sich die persönlichen Ziele der Mitarbeiter mit denen des Unternehmens nicht ausschließen, ist dabei die Voraussetzung für ein angenehmes und produktives Arbeitsklima.

Doch nicht nur für Ihre Karriere insgesamt, auch in der täglichen Arbeit ist es wichtig, wenn Sie sich einen Plan festlegen. Denn Projekte scheitern in der Regel nicht an mangelnder Kompetenz oder den falschen Personen. Oft klappt es mit der Umsetzung nicht, weil die angestrebten Ergebnisse zu unklar oder nicht realistisch formuliert sind. Gerade, wenn eine Führungsposition anstrebt wird, sollte daher ein hohes Maß an Zielorientierung mitgebracht werden.

Falls Ihnen Zielstrebigkeit nicht in die Wiege gelegt wurde: keine Sorge. Das lässt sich antrainieren. Im Folgenden geben wir Ihnen zwei nützliche Werkzeuge an die Hand.

Ziele clever erreichen mit der SMART-Formel

Eine beliebte Methode, die Ihnen beim Erreichen Ihrer Absichten hilft, ist die sogenannte SMART-Formel. Richten Sie Ihre Zielvorstellungen nach den folgenden fünf Attributen aus oder passen Sie sie entsprechend an – dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

S wie Spezifisch:

Ist das angestrebte Ergebnis eines Projekts unklar benannt, sollten Sie hellhörig werden. Meist verrät eine nebulöse Sprache auch einen nebulösen Gedanken. Ziele sollten so präzise und prägnant wie möglich formuliert sein – idealerweise in einem einzigen Satz. Sagen Sie also nicht, dass Sie nach Möglichkeit in nächster Zeit die Verkaufszahlen für ein Firmensegment deutlich steigern möchten. Formulieren Sie klarer: Im nächsten Quartal möchten wir die Verkaufszahlen für das Firmenkundensegment um fünf Prozent steigern.

M wie Messbar:

Das führt zum nächsten wichtigen Punkt. Ihre Zielvorgaben sollten messbar sein. Bei Verkaufszahlen oder Kosteneinsparungen (Prozent, Euro, Abschlüsse etc.) ist das noch vergleichsweise einfach. Wie aber sieht es bei Vorhaben aus, die sich nicht so leicht in Zahlen ausdrücken lassen? Hier brauchen Sie andere Indikatoren. Kundenzufriedenheit können Sie zum Beispiel durch qualitative Befragungen ermessen. Überlegen Sie bereits bei der Formulierung Ihres Ziels, was überprüfbare Erfolgskriterien sind.

Ein weiteres Beispiel: Sie möchten mehr Gehalt bekommen. Nachvollziehbar, aber zu vage. In welchem Zeitraum möchten Sie mehr Geld verdienen? Wie viel mehr genau? 200 Euro oder 1.000 Euro pro Monat?

A wie Attraktiv:

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Motivation – idealerweise sind Sie und alle an einem Projekt Beteiligten intrinsisch motiviert. Sie erledigen die notwendigen Aufgaben also aus eigenem Antrieb und weil diese Ihnen attraktiv erscheinen, nicht so sehr wegen der erhofften Belohnung oder einer drohenden Strafe. Der Weg zum Ziel gleicht in der Regel nicht einer Geraden, sondern verläuft in Kurven. Um Durststrecken gemeinsam durchzustehen, brauchen Sie ein hohes Maß an Motivation.

Hierbei hilft Ihr attraktives Ziel: Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn damit eine persönliche Entwicklungsmöglichkeit verbunden ist. Sie tragen zum ersten Mal Führungs- oder Budgetverantwortung? Gut, nutzen Sie die Chance, sich selbst zu zeigen, dass Sie dem gewachsen sind. Oder Sie erlernen eine Fremdsprache, um mit ausländischen Kollegen oder Kunden besser kommunizieren zu können. Für Sie persönlich attraktive Ziele helfen Ihnen, über längere Zeit am Ball zu bleiben.

R wie Realistisch:

Nichts schadet der Motivation so sehr wie unrealistische Vorsätze. Nach zwei Monaten im neuen Job werden Sie sich wohl kaum zum Geschäftsführer hochgearbeitet haben. Ebenso wenig ist es realistisch, dass Sie innerhalb von zwei Wochen fit für einen Marathon werden. Finden Sie das richtige Gleichgewicht zwischen Herausforderung und Erreichbarkeit.

T wie Terminierbar:

Mark Twain soll einmal gesagt haben: „Ohne Deadline würde nie irgendetwas fertig.“ Das gilt auch für Ziele. Sie brauchen einen Termin, an dem eine bestimmte Aufgabe erledigt sein soll. Besser ist es sogar, wenn Sie einen Zielkorridor definieren statt eines festen Datums. Wenn Sie sich also statt acht Prozent Wachstum fünf bis zehn Prozent vornehmen, erreichen Sie den Zielkorridor schneller – und umso motivierter werden Sie die verbleibende Strecke zurücklegen. Das lässt sich auf die Zeit übertragen. Statt „Am 31. Dezember sollen drei Prozent Kosten eingespart sein“ ist es günstiger, zum Beispiel einen Zeitraum von sechs Monaten festzulegen.

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Ihre WEGE zum Ziel

Auch mit Hilfe der sogenannten WEGE-Methode können Sie Ihre Zielstrebigkeit trainieren und zugleich prüfen, ob Sie ihr Vorhaben richtig angehen. Die Anfangsbuchstaben stehen dabei für:

W wie „Wirklich wollen“

Das entspricht dem Grundsatz der Attraktivität aus der SMART-Formel. Wenn Sie beispielsweise nur abnehmen wollen, um anderen vermeintlich besser zu gefallen, ist die Diät nicht das, was Sie wirklich für sich wollen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und finden Sie heraus, warum Sie eine bestimmte Absicht fassen.

E wie „Einfach halten“

Formulieren Sie Ihr Ziel einfach. Keine komplizierten Eventualfälle, kein Plan B. Oft hilft es zudem, schriftlich festzuhalten, was Sie erreichen wollen, um dem Projekt Verbindlichkeit zu geben.

G wie „Ganz verschreiben“

Erfolg ist normalerweise kein Zufall, sondern harte Arbeit – und die erfordert Ihr ganzes Engagement. Verschreiben Sie sich Ihrem Projekt. Es sollte ab sofort oberste Priorität haben. Arbeiten Sie nach Möglichkeit jeden Tag darauf hin, auch wenn es vielleicht nur zehn Minuten für eine E-Mail an einen potenziellen Partner sind. Viele kleine Schritte führen zum Ziel, was uns zum Buchstaben „E“ führt.

E wie „Eins nach dem anderen“

Anspruchsvolle Ziele lassen sich selten sofort erreichen. Zerlegen Sie Ihren Weg in kleine Zwischenetappen, z. B. einen Anruf erledigen, eine Bewerbung verschicken, einen Fachartikel lesen. Notieren Sie sich diese Zwischenziele und arbeiten Sie eines nach dem anderen ab. Ist Ihr Vorhaben zu groß und die Zeit zu knapp, werden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach vorzeitig aufgeben.

Ziele hartnäckig verfolgen, flexibel bleiben

Kaum etwas ist schöner, als wenn Sie ein Ziel erreichen, auf das Sie lange hingearbeitet haben. Ihre Bemühungen zahlen sich endlich aus.

Bei aller Hingabe für Ihre persönlichen Absichten: Achten Sie darauf, nicht zu verhärten. Bewahren Sie sich eine gewisse Lockerheit und Flexibilität. Die brauchen Sie spätestens dann, wenn plötzlich etwas passiert, auf das Sie keinen Einfluss haben. Allzu starr festgelegte Ziele können enormen Druck aufbauen. Das senkt Ihr Durchhaltevermögen und kann auf Dauer auch Ihrer Gesundheit schaden. Und wer weiß: Vielleicht ruft der Personaler Ihres Traumunternehmens ja doch eines Tages an.

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