Selbstoptimierung: Wie Sie entspannt für mehr Effizienz im Leben sorgen

Berlitz -

Hohe Produktivität ist in Zeiten internationalen Wettbewerbs der Schlüssel zum Erfolg. Unternehmen suchen daher nach Wegen, ihre Effizienz zu steigern. Aber auch jeder Einzelne muss flexibel auf neue Aufgaben reagieren können und kontinuierlich mehr leisten. Notwendig ist dazu lebenslanges Lernen und Optimieren – und das kann, richtig eingesetzt, für den Einzelnen eine Bereicherung sein. Schließlich erwirbt man neue Kenntnisse und Fertigkeiten und reift mit neuen Erfahrungen.

„Selbstoptimierung“ lautet daher das Gebot der Stunde und betrifft insbesondere vier Lebensbereiche: Organisation, Entspannung, Sport und Ernährung. Im folgenden Text stellen wir Ihnen die wichtigsten Vor- und Nachteile der Selbstoptimierung vor – und geben Ihnen Tipps, wie Sie sich verbessern, ohne dabei zu sehr unter Druck zu stehen.

Welche Vor- und Nachteile Selbstoptimierung hat

Positiv verstanden bedeutet Selbstoptimierung, sich kontinuierlich zu verbessern und gezielt an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Es kann sehr bereichernd sein, sich hilfreiche Gewohnheiten zuzulegen und alte, weniger nützliche Muster zu verlassen. Welche Vorteile Ihnen die Selbstoptimierung bringen kann, erklären wir im Folgenden.

Vorteile

Organisation: Zu viele To-dos und Termine, die E-Mail-Flut will nicht abebben, und am Ende des Tages haben Sie kaum etwas geschafft? Wer dauerhaft so arbeitet, läuft Gefahr, sich chronisch zu überfordern, unzufrieden zu sein und im schlimmsten Fall gar an einem Burn-out zu erkranken.

Wenn es Ihnen so geht, wird Ihnen eine bessere Organisation durchaus guttun. Manchmal reicht schon eine einfache To-do-Liste, die Sie Punkt für Punkt und möglichst ohne Ablenkung abarbeiten. Oder Sie arbeiten einen Tag pro Woche konzentriert im Home-Office. Einige Arbeitnehmer profitieren auch von sogenannten Mindtools, die zu mehr Struktur im Job verhelfen. Dies führt im Ergebnis oft zu neuer Motivation und Kraft für alle anstehenden Aufgaben. Auch im Alltag hilft es, die Tage besser strukturieren.

Entspannung: Viele Arbeitnehmer sehnen sich nach mehr Entspannung bei der Arbeit und in der Freizeit. Hier können bestimmte Atemtechniken, Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung helfen. Die Übungen lassen sich meist leicht in den Tag einbauen. Ob diese Ihnen morgens, zwischendurch oder abends vor dem Einschlafen am besten helfen, ist individuell verschieden.

Oft zeigt sich schon nach ein wenig Training ein positiver Effekt, die Entspannung gelingt schneller, und auch nach anstrengenden Phasen sind Sie rasch wieder erholt. Insgesamt steigt die Belastbarkeit, sodass es Ihnen leichter fällt, in hektischen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren. Die regelmäßigen Übungen trainieren zudem die Konzentrationsfähigkeit.

Sport: Nach einem durchgetakteten Tag im Büro noch regelmäßig Sport zu treiben, fällt vielen Menschen schwer. Schließlich erfordern Familie, Partnerschaft und Freunde auch Zeit. Dabei bietet Sport viele Vorteile: Er hält fit, macht glücklich, sorgt für Entspannung und das Wohlbefinden verbessert sich.

Hilfreich kann es sein, wenn Sie sich ein konkretes Ziel setzen. Wichtig dabei: Das Ziel sollte realistisch sein. Beginnen Sie also nicht gleich mit einem Marathon, sondern nehmen Sie sich zum Beispiel erst einmal fünf Kilometer pro Woche vor. Verabreden Sie sich mit Kollegen oder Freunden zum Sport. Dann fällt es schwerer, den festen Termin abzusagen, sollten Sie einmal keine Lust haben.

Ernährung: Immer mehr Menschen achten auf gesunde Lebensmittel. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist eine sehr gute Basis.

Der Vorteil: Wenn Sie die berühmt-berüchtigte Currywurst in der Kantine öfter einmal weglassen und stattdessen lieber zu vegetarischen Gerichten oder Salat greifen, leben Sie gesünder.Dadurch werden Sie ausdauernder und geistig und körperlich fitter. In der Konsequenz werden Sie dadurch auch im Beruf leistungsfähiger, belastbarer und konzentrierter.

Nachteile

Organisation: Planung und Struktur sind wichtig, um den Überblick über Ihre Zeit, Ihre Aufgaben und Termine zu behalten. Wenn Sie es damit allerdings übertreiben, kann das schnell zum Zwang werden. Sie verhindern damit Spontaneität und Kreativität – schließlich kommen die besten Ideen oft, wenn Sie nichts tun oder sich mit etwas völlig anderem als Ihrer eigentlichen Aufgabe beschäftigen.

Daher der Tipp: Seien Sie bei der Planung nicht zu streng mit sich und lassen Sie genug Raum für Momente, in denen Sie schauen können, wonach Ihnen gerade der Sinn steht.

Entspannung: Der Satz „Ich möchte schneller entspannen können“ führt ziemlich sicher dazu, dass aus der Erholung nichts wird. Mit anderen Worten: Wenn Sie sich selbst bei der Entspannung zu sehr unter Druck setzen oder noch nicht die persönlich passende Methode entdeckt haben, werden Sie noch mehr unter Stress stehen – und damit nur das Gegenteil des eigentlichen Ziels erreichen. Gehen Sie die Entspannung daher mit Zeit und Geduld an – und seien Sie nicht gleich enttäuscht, wenn die neue Atemtechnik nicht unmittelbar zum gewünschten Ergebnis führt.

Sport: Seien Sie beim Sport nicht allzu verbissen, insbesondere dann, wenn Sie längere Zeit nicht aktiv waren. Denn ansonsten steigt neben dem Verletzungsrisiko die Gefahr, dass Sie enttäuscht von sich sind. Das wiederum senkt Ihre Motivation, was dann zu einem regelrechten Teufelskreis führen kann. Am Ende bleibt alles wie vorher und Sie ärgern sich. Denken Sie langfristig und steigern Sie Ihre Ziele in kleinen Schritten. Nur so bleiben Sie dauerhaft am Ball.

Ernährung: Auch hier droht die Gefahr, dass Sie sich zu schnell zu viel vornehmen – insbesondere dann, wenn Sie ein paar Kilos loswerden möchten. Nehmen Sie sich Zeit und probieren Sie aus, was für Sie machbar ist. Die obsessive Beschäftigung mit der Ernährung kann in Stress ausarten. Mitunter hat das zwanghafte Kreisen um dieses Thema sogar Krankheitswert: Bei der sogenannten Orthorexie achten die Betroffenen panisch darauf, stets genau das Richtige zu essen.

Tipps & Tools zur Selbstoptimierung

Im Folgenden geben wir Ihnen ein paar Hilfestellungen, mit denen Sie sich in den vier Bereichen verbessern können. Die genannten Tipps und Tools sind nur als Anregungen zu verstehen – probieren Sie aus, was Ihnen hilft und verwerfen Sie, was für Sie nicht funktioniert.

Bei der Organisation Ihres(Arbeits-)alltags können analoge Hilfsmittel wie der klassischen Kalender gut weiterhelfen. Das Schreiben per Hand entschleunigt und gibt Ihnen Zeit, beim Eintragen von Aufgaben und Terminen in Ruhe nachzudenken. Manche Kalender vereinen To-do-Liste, Tages-, Wochen- und Jahresplaner, sodass Sie alles stets parat haben. Urlaub eintragen nicht vergessen! Wenn Sie es doch lieber digital mögen, sind Sie mit Apps wie Wunderlist gut beraten.

Auch zur Entspannung stehen neben Yoga, Meditations- und Atemtechniken analoge Tools zur Verfügung. Manche Menschen schwören auf Ausmalbücher für Erwachsene. Sie sind oft witzig und regen dazu an, spontan und kreativ zu werden. Natürlich gibt es auch Meditations-Apps fürs Smartphone. Sie sind besonders für Einsteiger oftmals hilfreich, da Sie die Entspannungstechniken gezielt anleiten. Der Vorteil von Apps: Sie lassen sich überall benutzen, auf dem Weg zur Arbeit, in der Bahn oder einfach mal zwischendurch. Wir empfehlen Stop, Breathe & Think oder Calm.

Wenn Sie viel im Sitzen arbeiten, benötigen Sie mehr ausgleichende Bewegung. Fitnessarmbänder und -apps sind dabei gute Impulsgeber. Wer etwa im Blick behält, wie viele Schritte er täglich zurücklegt, ist mit einem Armband motivierter, sich mehr zu bewegen und die Treppen statt dem Aufzug zu nehmen. Achten Sie auch am Arbeitsplatz auf regelmäßige Bewegung oder vielleicht sogar Sport. Stehen Sie zwischendurch öfter einmal auf und gehen Sie ein paar Schritte. Das regt den Kreislauf an und schafft Raum für frische Ideen. Auch häufigen Beschwerden wie Verspannungen, Nacken- und Rückenschmerzen beugen Sie damit vor.

Inzwischen gibt es zahlreiche Apps für Fitnessübungen, z. B. Asana Rebel oder Freeletics. Als Nutzer erhalten Sie dabei genaue Anleitungen, wie lange welche Übung durchzuführen ist. Die Apps lassen sich einfach zu Hause verwenden. Sie müssen sich also nicht gleich im Fitnessstudio anmelden, um etwas für Bizeps, Po & Co. zu tun. Bei Fitness- und Gesundheits-Apps gibt es kaum Grenzen. Es sind sogar Anwendungen am Markt, mit denen Sie Ihren Schlafrhythmus überwachen lassen können.

Low-Carb, Paleo, Clean Eating und andere Ernährungsweisen sollen die Gesundheit und damit die Leistungsfähigkeit verbessern. Vielen ist gemeinsam, dass sie auf frische und möglichst unbehandelte Lebensmittel setzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: eine höhere Konzentrationsfähigkeit, mehr Ausdauer und ein gesteigertes allgemeines Wohlbefinden.

Als Geheimtipp für den Arbeitsplatz gilt Bulletproof Coffee – Kaffee mit Butter. Was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig klingt, soll seidig-cremig schmecken – und die Konzentration sowie das Energielevel steigern.

Viele Arbeitnehmer beklagen zudem das Nachmittagstief und versuchen, mit Zucker, häufig in Form von Schokolade, gegenzusteuern. Der Nachteil: Kurzfristig gibt Zucker zwar neue Energie, doch das Hungergefühl kommt relativ schnell wieder – abgesehen davon, dass zu viele Süßigkeiten ungesund sind. Nüsse sind als Zwischensnack besser geeignet: Sie enthalten viel Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Diese Inhalte geben schnell neue Power. Auch mit Gemüsesticks lässt sich das Nachmittagstief schnell – und gesund – überbrücken.

Selbstoptimierung mit Bedacht

So motivierend es auch ist, die eigenen Grenzen auszutesten und sich stetig zu verbessern: Alle Bemühungen zur Selbstoptimierung bergen die Gefahr, dass Sie sich damit freiwillig unter noch höheren Leistungsdruck setzen. Beruf und Freizeit stellen oft genug hohe Anforderungen an Ihr Zeitmanagement. Wir raten Ihnen daher, es mit der Selbstoptimierung nicht zu übertreiben. Bleiben Sie bei den Ansprüchen an sich selbst realistisch und stecken Sie sich kleine Ziele, die Sie auch wirklich erreichen können. Gehen Sie Organisation, Sport, Ernährung und Entspannung nicht auf einmal an, sondern probieren Sie schrittweise aus, was für Sie funktioniert und was nicht – und vor allem: was Ihnen Spaß macht. Hören Sie auf sich selbst und fragen sich, was für Sie eigentlich sinnvoll ist und Ihnen guttut – statt den Ansprüchen anderer hinterherzujagen.

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