Bewegung für Kinder: Warum körperliche Aktivität beim Lernen hilft

Berlitz -

Lernen kann anstrengend sein, gerade für Grundschüler: Schon nach 20 Minuten fällt es ihnen schwerer, sich zu konzentrieren. Was dagegen hilft? Kurze Pausen und viel Bewegung, sowohl als Übungen für zwischendurch als auch im gesamten Tagesablauf. In diesem Artikel erfahren Sie, welcher Zusammenhang zwischen körperlichen und geistigen Aktivitäten besteht und welche Übungen sich für Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren am besten eignen.

Was Kinder durch Bewegung lernen

Für Kinder ist es vollkommen natürlich, sich ständig zu bewegen. Im Spiel mit Gleichaltrigen messen sie ihre Kräfte, loten ihre eigenen Grenzen aus, trainieren ihre Kooperationsfähigkeit und stärken dadurch ihr Selbstvertrauen. Sie brauchen diese spielerische und sportliche Aktivität aber auch, um ihren Gleichgewichtssinn und ihre Geschicklichkeit zu schulen.

Darüber hinaus fördert Bewegung bei Kindern die Ausdauer und Konzentration. Ihr Gehirn wird besser mit Sauerstoff versorgt und sie nehmen zahlreiche Sinnesreize auf – etwa von anderen Kindern oder aus der Natur. Das wiederum steigert die Aufmerksamkeit.

Die motorischen Zentren des Gehirns haben einen wesentlichen Einfluss auf die Informationsverarbeitung: Durch Bewegung bilden sich neue Nervenzellen im Gehirn, was wiederum beim Lernen hilft. Wenn Kinder zum Beispiel während des Vokabellernens umherlaufen, sprechen sie mehrere Sinne an und können sich so die Begriffe besser merken.

Welche Bewegungsspiele sich für Kinder eignen

Heutzutage verbringen Kinder immer mehr Zeit mit Computer, Tablet und Smartphone. Sie bewegen sich dadurch weniger, was sich negativ auf ihr Lernvermögen auswirkt. Wenn Eltern und Lehrer also kurze Bewegungsphasen in den Tagesablauf der Kinder einbauen, helfen sie ihnen damit, sich besser zu konzentrieren. Die nachfolgenden Übungen eignen sich besonders gut:

Balanceübungen

Bei der Standwaage stellt sich das Kind auf ein Bein, das zweite Bein wird im 90-Grad-Winkel nach hinten gestreckt, der Oberkörper nach vorn. Mit den Armen hält das Kind das Gleichgewicht. Ebenso kann das Kind auf einer Mauer balancieren – oder auf einem Seil, das auf dem Boden liegt. Bierdeckelbalancieren auf dem Handrücken oder dem Kopf sowie Eierlauf machen den Kleinen vor allem in der Gruppe Spaß und sorgen für Abwechslung. Diese Art von Übungen trainieren den Gleichgewichtssinn und die Koordination. Außerdem lockern sie verspannte Muskeln.

Enten- und Froschgang

Beim Entengang hockt sich das Kinder hin und watschelt durch den Raum. Zusätzlich kann es die Arme wie Flügel anwinkeln und bewegen. Der Froschgang beginnt auch in der Hocke, doch hier hüpft das Kind vor- und rückwärts, wie es möchte. Diese Übungen sind auch im Klassenraum oder zuhause möglich. Das Kind aktiviert dabei viele verschiedene Muskeln und lockert Verspannungen.

Augenachter

Eine etwas andere Übung ist der Augenachter. Er verbessert die visuelle Wahrnehmung und macht die Augen beweglicher. Das Kind stellt sich hin, die Beinen stehen etwa hüftbreit auseinander. Mit einem ausgestreckten Arm zeichnet es eine große Acht in die Luft. Der Kopf bleibt ruhig, nur die Augen folgen der Bewegung. Anschließend wiederholt das Kind die Übung mit dem anderen Arm.

Ohrenachter

Auch beim Ohrenachter spielt die Zahl Acht eine Rolle. Das Kind steht aufrecht, die Beine sind etwa hüftbreit auseinander und die Knie leicht gebeugt. Das linke Ohr liegt auf dem nach vorne gestreckten linken Oberarm. Die Augen blicken zur linken Hand. Mit dem Arm und dem Oberkörper zeichnet das Kind Achten in die Luft. Anschließend wechselt es die Seite.

Ein Kinderalltag voller Bewegung

Für etwas Bewegung zwischendurch sind die vorgestellten Übungen ideal, doch auch sonst sollten sich Kinder täglich bewegen. In den ersten 12 Lebensjahren werden etwa zwei bis drei Stunden täglich für eine gesunde Entwicklung empfohlen. Das geht am besten mit ihrem Lieblingssport – ob Tanzen, Fußball, Reiten oder Skaten. Und wenn die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, werden ihnen die Kinder ganz selbstverständlich folgen. Übrigens lässt sich auch das Aufräumen im Kinderzimmer mit Bewegung verbinden. Wie das geht und mit welchen weiteren Tipps Sie Ordnung schaffen, erfahren Sie in unserem Beitrag „Kinderzimmer aufräumen leicht gemacht“.

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