Besser lernen: Mit den richtigen Lerntechniken zum Erfolg

Berlitz -

Vokabeln lernen kann anstrengend sein, muss es aber nicht. Denn es gibt eine ganze Reihe an Techniken, mit denen das Einprägen fremdsprachlicher Begriffe Spaß macht. Außerdem bleiben die Wörter so länger im Gedächtnis. Vorbild sind die Gedächtnisweltmeister: Sie können sich dank spezieller Lernmethoden beispielsweise Zahlenreihen aus hunderten, willkürlichen Ziffern oder lange Listen von Wörtern innerhalb kürzester Zeit merken. Wie das funktioniert und wie Schüler und Lernende jeden Alters diese Techniken anwenden können, erläutert dieser Beitrag.

Das Wichtigste zuerst: die Vorbereitung

Zum Lernen brauchen Schüler Ruhe. Es ist deshalb wichtig, nicht nur die richtige Zeit zum Vokabeltraining zu finden, sondern auch den besten Platz. Für einige kann dies der Schreibtisch sein, für andere eine Bank im Park oder der Liegestuhl im Garten. Hier ist ausprobieren gefragt.

Darüber hinaus lernen Kinder und Erwachsene besser, wenn sie sich einen Plan machen: „Wie viele Vokabeln muss ich mir bis zur Klassenarbeit einprägen?“ Handelt es sich beispielsweise um 100 Begriffe und es sind noch fünf Tage Zeit bis zur Prüfung, lassen sie sich verteilt besser lernen. Das heißt in diesem Fall 20 Vokabeln pro Tag. An den darauffolgenden Tagen sollten zusätzlich die Wörter vom Tag zuvor wiederholt werden, die sich noch nicht im Gedächtnis festgesetzt haben.

Verschiedene Lerntipps ausprobieren

Jeder Mensch lernt anders. Deshalb ist es wichtig, dass jeder die Technik findet, die für ihn am besten passt. Bei einigen Schülern können das auditive Lernmethoden sein. Das heißt, sie lernen besser über das Hören. Andere bevorzugen visuelle Darstellungen wie Übersichten oder passende Bilder. Wieder andere merken sich die Wörter einer Fremdsprache am besten in Gesprächen. Nicht zuletzt gibt es Menschen, die motorisch besser lernen können: Sie bewegen sich, während sie sich die neuen Vokabeln einprägen. Die folgenden drei Tipps beleuchten verschiedene Lernmethoden, die Eltern mit ihren Kindern erproben können. Auch wer nicht mehr zur Schule geht und Fremdsprachen lernt, kann hier die passende Methode für sich finden.

Tipp 1: Vokabeln besser mit allen Sinnen lernen

Das Gehirn kann sich Begriffe besser merken, wenn sie möglichst viele Sinne ansprechen. Außerdem vereint ein Mensch meist mehrere der oben genannten Lerntypen. Deshalb sollten Schüler die verschiedenen Sinne beim Vokabellernen miteinander kombinieren: die neuen Wörter laut aussprechen und sich die Begriffe anhören, entweder über ein Diktiergerät, ein Online-Wörterbuch oder eine Vokabel-App. Sie sollten sich die Wörter darüber hinaus bildlich vorstellen, beispielsweise die saftig-rote „fraise“ (frz. Erdbeere). Das Aufschreiben der Vokabeln und das Bewegen während des Lernens wirken ebenfalls unterstützend.

Tipp 2: Die Kettenmethode

Um sich lange Listen mit Wörtern zu merken, nutzen Gedächtnisprofis die Kettenmethode, auch Mnemotechnik genannt. Dabei lernen sie die einzelnen Begriffe, indem sie sie durch eine Geschichte miteinander verknüpfen. Rechte und linke Gehirnhälfte arbeiten in diesem Fall zusammen. Auch Schüler können diese Methode nutzen. Sie denken sich zunächst eine Begebenheit aus, die möglichst fantasievoll, lebendig und mit zahlreichen Details versehen ist, und lernen sie auswendig. Anschließend ordnen sie jedem Begriff der Geschichte eine Vokabel aus ihrer Liste zu. So hangeln sie sich von einem Wort zum nächsten.

Ein Beispiel: Die Fliege hüpft vom dunkelbraunen Sofa auf die Yucca-Palme – das ist die Geschichte. Die ersten drei Vokabeln lauten flores (span. Blumen), tierra (span. Erde) und árbol (span. Baum). Es entsteht folgende Assoziation: Die Fliege mag flores. Sie hüpft vom dunkelbraunen Sofa, das einen Farbton wie tierra hat, auf die Yucca-Palme, einen árbol.

Tipp 3: Effektive Pausen für ein besseres Gedächtnis

Lernstoff häufig zu wiederholen führt auch zu besseren Ergebnissen – das ist allgemein bekannt. Dieser Effekt hält aber nur kurzzeitig an: In einer Studie schnitten Probanden, die Vokabeln doppelt so häufig wie ihre Vergleichsgruppe wiederholten, zwar in den ersten zwei Wochen bei Tests deutlich besser ab. Nach 3 Wochen allerdings war der Wissensvorteil weg und beide Gruppen erzielten identische Ergebnisse. Um der Vergessenskurve entgegen zu wirken, gibt es einen ganz einfachen Tipp: Pausen zwischen den Lernintervallen einhalten. Und zwar im Idealfall mit sogenannten Powernaps, also kleinen Nickerchen von 20 – 45 Minuten. Das Schlafen direkt nach dem Lernen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass keine störenden Alltagserlebnisse verarbeitet werden müssen und sich das Gehirn ganz dem Umschreiben der gelernten Informationen vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis widmen kann.

Wie sehr lenken Handys wirklich ab?

Ganz im Gegenteil dazu verhält es sich mit Ablenkungen durch Smartphone und Co: Ständiges Überprüfen des Handys, weil es mal wieder gepiept hat, führt zu erhöhter Unruhe und kostet den Lernenden gut 10-15 Minuten, um zum eigentlichen Thema zurückzukehren. Neben dem Smartphone sollte generell auf jegliche Medien, die zum Ablenken verleiten, verzichtet werden. Das entspannt Kopf und Geist und unterstützt dabei, Informationen vollständig aufzuarbeiten und den gewünschten Lernerfolg zu erreichen.

Eine Fremdsprache lernt sich am schnellsten, wenn sie regelmäßig angewendet wird. Im kleinen Rahmen können Lernende beispielsweise ihre Lieblingsfilme und ‑serien in der Originalsprache anschauen oder interessante Bücher auf Englisch, Französisch oder Spanisch lesen. Ebenso können Schüler ihre Kenntnisse im Urlaub mit den Eltern oder während eines längeren Sprachaufenthalts im Ausland erweitern. Ein Intensivkurs in den Sommerferien kann für Kinder und Jugendliche ebenso zum Spracherlebnis mit viel Freude werden. Denn gerade bei Kindern führt ein lockerer und entspannter Umgang mit Fremdsprachen viel eher zum Erfolg und beugt den gefürchteten Lernblockaden vor.

Darüber hinaus gibt es jede Menge weitere Möglichkeiten, wie selbst kleine Kinder mit Spaß und Spiel eine Fremdsprache besser lernen. Wie das geht, erfahren Sie in unserem Beitrag „5 Tipps für das spielerische Sprachenlernen bei Kindern“.

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