​Blended Learning: Der clevere Mix für idealen Lernerfolg

Berlitz

Mitte der 1990er Jahre piepsen, flimmern und ticken wahre Hightech-Wunder am heimischen Arbeitsplatz: PCs sind plötzlich erschwinglich, ein revolutionäres Medium namens CD-ROM hat 500-mal so viel Speicherkapazität wie Disketten, das Wort des Jahres lautet „Multimedia“. Das löst einen regelrechten Boom aus – auch auf dem noch jungen Markt für E-Learning. Heute, 20 Jahre später, sind Technik und Lernmethoden bedeutend weiter: Blended Learning, also integriertes Lernen, heißt die neueste Entwicklung der digitalen Bildungsbranche. Was verbirgt sich dahinter?

Intelligenter Wissenserwerb mit Integriertem Lernen

Mit dem Begriff „Blend“ verbinden Kaffee- oder Whisky-Liebhaber eine Mischung aus verschiedenen Ausgangsstoffen. Erst deren Zusammenspiel garantiert eine besonders hohe Qualität, welche die der einzelnen Bestandteile weit übersteigt. Blended Learning funktioniert auf ganz ähnliche Weise. Die Zutaten sind: E-Learning und Präsenzunterricht. Das „vermischte“, integrierte Lernen verbindet die Vorteile beider Lernformen zu einer eigenen, sehr effektiven Methode, um Wissen zu erwerben und zu verarbeiten.

E-Learning – zwischen Selbstlernprogramm und „virtuellem Klassenzimmer“

Die zunehmende Verbreitung des (mobilen) Internets macht einen Vorteil des E-Learning noch offensichtlicher: Teilnehmer können lernen, wann und wo immer sie wollen und können. Wer beispielsweise berufsbegleitend Sprachen lernen oder seine Computer-Kenntnisse aufbessern möchte, hat nach einem Tag im Büro häufig schlicht keine Muße, den mühsamen Weg in eine Weiterbildungseinrichtung auf sich zu nehmen. Mit einem Online-Selbstlernprogramm, einem Podcast oder einer App bestimmt jeder selbst, wann und in welchem Tempo er lernen möchte. Die verschiedenen Medientypen – Texte, Bilder, Videos, Audios – werden unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Lerntypen optimal gerecht.

Selbstlernprogramme sind jedoch nicht jedermanns Sache. Schließlich setzen sie beim Lernenden eine hohe Eigenmotivation voraus. Vielen Menschen fällt es leichter, gemeinsam mit anderen zu lernen – abgesehen vom Spaß, den soziale Interaktion bringt. Wer sich nicht alleine weiterbilden will und sich beispielsweise für ein Seminar in Sachen Personalführung interessiert, für den sind möglicherweise Online Trainings z.B. als Online Live Seminar oder Unterricht im virtuellen Klassenraum besser geeignet. Bei diesen Formaten treffen sich Lerngruppen im „virtuellen Klassenzimmer“ mit ihrem Lehrer. Das funktioniert dank des Internets zwar in Echtzeit, jedoch nur mit festen Unterrichtszeiten. Diese Variante bietet also weniger Flexibilität in puncto Lernzeitpunkt.

Präsenzunterricht – entweder Team oder Tempo

Wer eine Weiterbildung erwägt, sucht bisweilen auch klassische Lernorte auf. Der persönliche Kontakt zum Lehrenden schafft Vertrauen und Motivation. Die Kommunikation im Unterrichtsraum findet auf mehreren Ebenen statt und ist – wie wohl jeder aus seiner Schulzeit weiß – nicht durchweg sachbezogen. Schließlich geht es nicht immer nur um den nächsten Schritt auf der Karriereleiter, sondern auch um den Spaß beim Lernen.

Manchmal entstehen erst im direkten Austausch interessante Diskussionen, die auch denjenigen nützen, die lieber lauschen, als sich direkt daran zu beteiligen. Das Lerntempo hingegen ist bei Gruppenkursen kaum an die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen anpassbar – und der feste Termin ein- oder zweimal pro Woche ist für viele bereits ein Ausschlusskriterium.

Bei Präsenzunterricht in Form von Einzeltrainings oder -coachings bestimmt der Teilnehmer zwar selbst das Tempo, muss allerdings auf bereichernde Team-Erlebnisse weitgehend verzichten.

Blended Learning – das Beste aus beiden Lernwelten

Wer die Vorzüge des E-Learning mit den Annehmlichkeiten eines Präsenzunterrichts verknüpfen möchte, ist mit einer Form des Blended Learning am besten bedient. Blended Learning kombiniert die Vorteile der unterschiedlichen Ansätze im Hinblick auf Methoden, Medien und Lerntheorien: So ist es mit dem integrierten Lernen problemlos möglich, sich in einer Lernphase per Videokonferenz inklusive Chat auszutauschen, in einer anderen eigenverantwortlich zu Hause zu büffeln, während bestimmte Aufgaben als Gruppenarbeit gemeistert werden.

Blended Learning bietet vor allem für die Vor- und Nachbereitung von Kursen klare Vorteile: Präsenzveranstaltungen sorgen dafür, dass alle Teilnehmer ihre Weiterbildung mit demselben Vorwissen starten. Außerdem können sie dort organisatorische Fragen stellen und andere Personen kennenlernen, mit denen sie sich in den späteren Selbstlern-Phasen locker austauschen können.

Seine volle Wirksamkeit entfaltet das integrierte Lernen, indem der Anbieter für eine gleichbleibend hohe Qualität sorgt. Das ist der Fall, wenn es einen durchgehenden Lernplan gibt und die verschiedenen Methoden und Medien jeweils genau passend zu Aufgabe und Lernphase eingesetzt werden. Die Teilnehmer sollten zudem weitestgehend selbst entscheiden können, wie, in welchem Tempo, wo und wann sie welchen Stoff lernen.

Eine entscheidende Zutat darf im Blended-Learning-Mix selbstverständlich auf keinen Fall fehlen: die Freude daran, Neues zu lernen!

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