Leben und arbeiten in Neuseeland

Berlitz -

Die Doppelinsel am Ende der Welt ist für viele Menschen ein echtes Traumziel: Neuseeland kombiniert wunderschöne und fast menschenleere Landschaften mit einem angenehmen Klima und einem ausgesprochen hohen Lebensstandard. Dank der Verkehrssprache Englisch finden sich auch die etwa 600 deutschsprachigen Einwanderer jährlich von Anfang an gut zurecht.

Nicht jeder darf in Neuseeland einreisen

Wie andere angloamerikanische klassische Einwandererländer hat Neuseeland den Zugang zum Land in den letzten Jahrzehnten stark eingeschränkt. Willkommen sind nur noch Einwanderer in bestimmten Berufen, in denen Neuseeland Arbeitskräfte benötigt, zum Beispiel im Ingenieurswesen, in der IT und der Medizin. Antragsteller, die nachweisen können, dass ihr Job unter die "Long term skill shortage" fällt und dass ihnen ein Stellenangebot vorliegt, erhalten das begehrte "Work to Residence"-Visum oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung als "Skilled Migrant".

Ingenieure und Computerspezialisten zieht es vor allem auf die Nordinsel mit den Großstädten Auckland und Wellington, auf der rund drei Viertel der neuseeländischen Bevölkerung leben. Auf der raueren Südinsel teilen sich rund eine Million Menschen das Land mit über 40 Millionen Schafen - hier sind vor allem Landwirte willkommen.

Wer sich erst einmal touristisch im Land umsehen möchte und vielleicht auch das ein oder andere Bewerbungsgespräch führen will, kann ein ganz normales Touristenvisum beantragen. Auch ein "Temporary Work Visa", das für drei Monate gültig ist, kann eine gute Wahl sein, um in das neuseeländische Leben hinein zu schnuppern.

Das neuseeländische Punkte-System

Wer als "Skilled Migrant" ins Land kommen will, muss an einem komplizierten Punkte-Verfahren teilnehmen und etliche Fragen zu sich selbst und seinem Werdegang beantworten. Nur wer ausreichend Punkte sammelt, darf überhaupt einen Antrag stellen.

Eine andere Möglichkeit, länger in Neuseeland zu bleiben, ist das „Entrepreneur Work Visa“ für Selbständige. Auch wer in Neuseeland eine Firma gründen möchte oder sich mit einer Schaffarm selbständig machen will, muss zunächst Punkte sammeln und ein Startkapital in Höhe von 100.000 neuseeländischen Dollar vorweisen.

Die diversen Visa und die jeweils konkreten Vorschriften für jedes Visum werden auf der Website der New Zealand Immigration ausführlich erläutert.

Wo leben in Neuseeland?

Die Wahl des Wohnortes hängt natürlich auch vom eigenen Beruf ab. Wer eine Schaffarm leiten oder Wein anbauen möchte, hat andere Ziele als junge Ingenieure und IT-Experten, die es in Großstädte wie Auckland zieht. Schaffarmen sind vor allem auf der Südinsel zu finden, während Weinberge über beide Inseln verteilt sind. Das bekannteste Weinbaugebiet Marlborough liegt an der Nordküste der Südinsel, wo auf rund 23.600 Hektar Land vor allem Sauvignon Blanc angebaut wird.

Rund 80 % der Neuseeländer besitzen ein eigenes Haus und das in Deutschland so beliebte Mieten ist ihnen fremd. Neuankömmlinge kommen meist für einige Monate in einem möblierten Apartment unter, doch auch sie sollten sich früher oder später mit dem Hauskauf beschäftigen.

Der Property Market ist ein großes Thema in Neuseeland. In der Metropole Auckland liegen die Durchschnittspreise für ein Einfamilienhaus bei etwa NZ$ 731.000 (ca. 500.000€), in der Hauptstadt Wellington bei NZ$ 462.000 (320.000€) und auf dem Land (Nordinsel) bei etwa NZ$ 330.000 (228.000€). Hauskäufe erfolgen wie in Deutschland generell über Makler und werden über klassische Hypotheken finanziert. Neben Auckland und Wellington auf der Nordinsel und Christchurch auf der Südinsel ist auch die Bay of Plenty um Tauranga sehr beliebt: Dank des milden Klimas verbringen viele neuseeländische Rentner hier ihren Lebensabend und treiben die Immobilienpreise hoch.

Warum Neuseeland?

Doch warum ist Neuseeland bei Auswanderern so beliebt? Großen Anteil daran haben die malerische unberührte Natur, die zu vielfältigen Freizeitaktivitäten einlädt und der entspannte Lebensstil der "Kiwis". Die Finanzpolitik von Roger Douglas, in Neuseeland auch "Rogernomics" genannt, führte in den 90er Jahren zu einem Wirtschaftsboom, der bis heute anhält. Die Arbeitslosigkeit ist gering und der Lebensstandard in Neuseeland gehört zu den höchsten der Welt. Wer den strengen Einwanderungsregeln genügt, kann sich im Land der langen weißen Wolke auf eine aussichtsreiche Zukunft in einer der schönsten Regionen der Erde freuen.

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