Morgenrituale: Der perfekte Start in den Tag

Berlitz

Beim Wecker dreimal auf „Snooze“ drücken, gehetzt ins Bad rennen, den Kaffee im Stehen hinunterstürzen, um schließlich gerade noch pünktlich im Büro oder an der Uni anzukommen: Einen solchen oder ähnlichen Start in den Tag kennen viele. Die Routine, der wir morgens folgen, bestimmt Stresslevel, Laune und Produktivität des gesamten weiteren Tages. Deshalb lohnt es sich, ein bewusstes persönliches Morgenritual zu entwickeln – für einen guten und entspannten Start in den Tag.

Warum Rituale am Morgen wichtig sind

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Routine und Ritual: Bei der Routine schleichen sich bestimmte Gewohnheiten mit der Zeit ein. Wer dagegen einem Ritual folgt, hat sich bewusst für einen bestimmten Ablauf entschieden. Dieser Ablauf schafft Orientierung, Sicherheit und Struktur. Insbesondere Morgenrituale haben Auswirkungen auf die Motivation und Leistungsfähigkeit. Ein wacher Körper und Geist, der positiv eingestellt ist, startet aktiver in den Tag.

Morgenrituale in Deutschland

In Deutschland gehören Kaffee und Frühstück zu den beliebtesten morgendlichen Routinen. Viele nehmen auch eine kalte Dusche, lesen ihre E-Mails, surfen in den sozialen Netzwerken oder hören Radio. Etwa sieben Prozent beginnen den Tag mit Sport.

Über berühmte deutsche Persönlichkeiten sind teilweise ungewöhnliche oder umfangreiche Rituale bekannt. Karl Lagerfeld etwa liest morgens nach dem Aufstehen zunächst einen Stapel Magazine, zeichnet und lässt sich Zeit für Tagträume, bevor er sich für den Tag fertig macht. Der Unternehmer Claus Hipp beginnt den Tag schon um 4:30 Uhr und schließt jeden Morgen die Wallfahrtskirche auf seinem Firmengelände persönlich auf. Ludwig van Beethoven soll täglich 60 Kaffeebohnen für seinen Morgenkaffee abgezählt haben, bevor er an die Arbeit ging.

In all diesen Fällen kommt dem Ritual eine bestimmte Funktion zu: Es leitet den Tag mit einer bekannten Struktur ein und bereitet mental auf das vor, was danach kommt.

Tipps für einen guten Start in den Tag

Ein neues, bewusst gewähltes Morgenritual einzuüben, erfordert Zeit und Geduld: Zum einen ist ein früheres Aufstehen notwendig. Nur so bleibt ausreichend Zeit, um das Ritual durchzuführen. Zum anderen dauert es einige Tage und Wochen, bis sich Körper und Geist an den neuen Ablauf gewöhnt haben.

Planen Sie einen festen Zeitpunkt ein, um Ihr Ritual zu begehen: Legen Sie zum Beispiel eine konkrete Uhrzeit dafür fest oder führen Sie es immer nach dem Zähneputzen aus. Wählen Sie Aktivitäten, die Ihnen guttun. Neben den Klassikern wie Sport, Meditation und ausgewogenem Frühstück können Sie die nachfolgenden Ideen ausprobieren, die nur wenige Minuten dauern:

  • Strecken Sie sich ausgiebig nach dem Aufstehen. Diese Bewegung bringt den Körper in eine Haltung, die sich von der Schlafhaltung der vorangegangenen Stunden unterscheidet und ihm Stärke und Selbstbewusstsein signalisiert.
  • Schenken Sie Ihrem Spiegelbild ein Lächeln, wenn Sie morgens ins Bad kommen – auch wenn Sie sich nicht danach fühlen. Ihr Körper schüttet dadurch Hormone aus, die Sie positiv stimmen werden.
  • Lesen Sie einen inspirierenden Vers oder notieren Sie in einem Buch ein bis zwei Dinge, für die Sie dankbar sind. Auch so können Sie sich positiv auf den Tag einstellen.
  • Singen Sie unter der Dusche oder im Auto ein Lied! Es mag etwas verrückt klingen, aber Singen kurbelt die Produktion vom Glückshormon Serotonin an und senkt die Ausschüttung von Adrenalin, Kortisol und Testosteron. Dadurch fühlen wir uns ausgeglichen und entspannt – der perfekte Einstieg in den Tag.
  • Die gesundheitlichen Vorteile von Meditation sind hinreichend bekannt und belegt – allerdings ist gerade morgens jede Sekunde kostbar. Versuchen Sie es aus diesem Grund einmal mit One-Moment Meditation! Dabei brauchen Sie nur 60 Sekunden, um direkt ausgeglichener und mental ruhiger zu werden. Organisationsberater Martin Boroson zeigt in seinem Video, wie es funktioniert:

Individuellen Chronotyp berücksichtigen

Die genannten Aktivitäten können Sie miteinander kombinieren, wie es Ihnen gefällt. Berücksichtigen Sie für den optimalen Zeitpunkt soweit wie möglich Ihren persönlichen Chronotyp. Manche Menschen sind eher nachtaktive Eulen, andere mögen wie die Lerche das frühe Aufstehen. Beiden hilft ein Morgenritual – jedoch brauchen die Eulen vor allem in den frühen Morgenstunden mehr Zeit, um wach zu werden. Dafür sind sie abends länger aktiv.

Neben einem guten Start in den Tag ist für innere Ruhe und Gelassenheit auch eine entspannte Grundhaltung am Arbeitsplatz wichtig. Mit welch einfachen Tricks und Übungen Sie daher während Ihrer Mittagspause das Wohlbefinden steigern und die Leistungsfähigkeit erhöhen können, erfahren Sie in unserem Beitrag „Pause machen: Tipps für mehr Entspannung am Arbeitsplatz“.

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