Hello, Bonjour, Ni Hao: So lernen Kinder Fremdsprachen

Berlitz -

Drei Sprachen sollten es sein

Das Ziel, mindestens drei Sprachen "auf funktional angemessenem Niveau" zu beherrschen, gab die EU bereits im Jahr 2008 aus, doch dies trifft auf nur 28 % der EU-Bürger zu. Immerhin 56 % beherrschen eine Fremdsprache, wobei Englisch mit großem Abstand führt. Die globale Lingua franca steht auch bei Eltern hoch im Kurs, denn ohne Englischkenntnisse geht es heute in vielen Berufen gar nicht mehr. Bilinguale Kindergärten und Grundschulen sind hier eine gute Wahl, um Regelmäßigkeit zu schaffen. Ein- bis zweiwöchige Sprachcamps in den Ferien bieten für viele Kids eine erste intensive Begegnung mit der fremden Sprache und die Herausforderung und Chance, Selbstsicherheit im aktiven Umgang mit der neuen Sprache zu erlangen. Noch dazu bieten solche Camps eine gute Ergänzung zum manchmal doch etwas trockenen Sprachunterricht in der Schule. Ziel solcher Angebote sollte immer sein, den Kindern den Spaß und die Freude an einer fremden Sprache zu vermitteln.

Achten sollten Eltern auch darauf, dass Englisch von Muttersprachlern gelehrt wird, damit sich erst gar keine Fehler oder der typisch deutsche Akzent einschleichen. Dies gilt übrigens auch für zuhause: Wohlmeinende Eltern sollten sich nicht gekünstelt auf Englisch mit ihren Kindern unterhalten, wenn sie die Sprache nicht wirklich fließend und akzentfrei sprechen, um das Einschleichen von Fehlern zu vermeiden.

Viel besser ist es, dem Kind Zugang zur englischen Sprache zu ermöglichen:

  • Englische Kinderlieder
  • kindgerechte englische Bücher
  • Fernsehserien in der englischen Originalversion, statt deutsch synchronisiert

Sind die Kinder etwas älter, können sie im Internet mit Muttersprachlern kommunizieren und so auch gleich Freundschaften zu jungen Briten, Amerikanern und Australiern schließen. Späteres Kennenlernen und gegenseitige Besuche nicht ausgeschlossen.

Weitere Fremdsprachen für Kinder gezielt auswählen

Immer wieder geistert das Bild überehrgeiziger Eltern durch die Medien, die den dreijährigen Nachwuchs zum Mandarin-Kurs anmelden. Mit der Realität hat dies nur wenig gemein. Insgesamt gibt es schätzungsweise 10.000 - 15.000 deutsche Schüler, die überhaupt Chinesisch lernen und dann meist als zweite oder dritte Fremdsprache auf dem Gymnasium. Wird Chinesisch im Kindergarten gelehrt, handelt es sich meist um spezielle Kitas für Kinder deutsch-chinesischer Paare. Verspürt das Kind von selbst Lust darauf, diese Sprache mit ihren faszinierenden Schriftzeichen zu lernen, steht einem Kurs natürlich nichts im Weg. Auf keinen Fall aber sollten Kinder zum Sprachenlernen gezwungen werden.

Als zweite Fremdsprache stehen in Deutschland noch immer Französisch und Spanisch ganz oben auf der Wunschliste der Schüler. Spanisch wird schließlich nicht nur in Spanien, sondern ganz Lateinamerika gesprochen und Französisch in vielen französischen Ex-Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent. In den Großstädten bieten Muttersprachler häufig nachmittägliche Kurse für Kinder an, in denen die Sprache ganz entspannt beim gemeinsamen Spielen, Singen und Vorlesen gelernt wird. Dies ist ideal für Kinder, um die jeweilige Sprache lebendig zu erfahren und zugleich Freundschaften zu schließen. Hat das Kind einmal einen Grundwortschatz in der französischen oder spanischen Sprache erworben, sollte es diesen dann auch bei einem Urlaub in Frankreich oder Spanien ausprobieren dürfen - und voller Stolz als Übersetzer für die Eltern agieren.

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