Berufliche Weiterbildung: Staatliche Förderung

Berlitz -

Der Staat möchte, dass sich seine Bürger regelmäßig weiterbilden, auf der Karriereleiter emporklettern und aktiv ihre Kompetenz verbessern.

Dies lässt er sich etwas kosten, zum Beispiel in Form der Steuerentlastung: Kosten für Weiterbildungskurse, Seminare und Lehrmaterial kann der Arbeitnehmer als Werbungskosten steuerlich geltend machen und so schnell dreistellige Summen sparen. Daneben gibt es jedoch noch andere staatliche Fördermöglichkeiten, die sich niemand entgehen lassen sollte.

Die Bildungsprämie vom Staat

Bis zu 500 Euro zahlt der Staat für die berufliche Weiterbildung von Erwerbstätigen und Selbstständigen in Form der sogenannten Bildungsprämie. Diese kann jeder in Anspruch nehmen, der in den letzten beiden Jahren ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 20.000 Euro (Ehepaare 40.000 Euro) hatte, mindestens 15 Stunden pro Woche als Angestellter oder Selbstständiger tätig ist und eine berufliche Weiterbildungsmöglichkeit sucht. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Kursinhalt auch wirklich mit der Arbeit zu tun hat. Wer privat Japanisch lernen möchte, um Mangas im Original zu lesen, kann dafür keine Bildungsprämie in Anspruch nehmen.

Ein Arbeitnehmer, der beispielsweise als Teilzeitkraft in einer Firma 18.500 Euro im Jahr verdient und 25 Stunden wöchentlich arbeitet und nun einen Englisch-Sprachkurs belegen möchte, um eine Beförderung zur Vollzeitkraft zu erreichen, kann die Bildungsprämie beantragen: Dabei werden 50 % der Kursgebühren bis zu einer Höhe von maximal 500 Euro vom Staat erstattet. Die Bildungsprämie wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der EU gefördert und kann einmal pro Kalenderjahr neu beantragt werden.

Bildungsurlaub: Bis zu 10 Tage zusätzlich frei

Jeder Arbeitnehmer kann pro Jahr fünf Tage Bildungsfreistellung vom Arbeitsplatz in Anspruch nehmen, um sich in dieser Zeit ganz der Weiterbildung zu widmen. Da die Ansprüche ins nächste Jahr mitgenommen werden können, ergeben sich zehn Tage Freistellung in zwei Jahren, sodass beispielsweise eine 8-tägige Sprachreise gebucht werden kann. Das Gehalt wird in dieser Zeit weiter gezahlt. Um den Bildungsurlaub in Anspruch nehmen zu können, muss der gewählte Kurs jedoch auch anerkannt sein.

Die Bedingungen für den Bildungsurlaub sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt, sodass vorher Informationen für das eigene Bundesland eingeholt werden sollten. In Bayern und Sachsen existieren derzeit gar keine Regelungen.

Individuelle Angebote der Bundesländer

Da Bildung in Deutschland Ländersache ist, gibt es zusätzlich noch spezielle Angebote in einigen Bundesländern: Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Brandenburg bieten zum Beispiel den sogenannten Bildungsscheck an, der sich an Beschäftigte in Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern wendet. Sie können für ihre Weiterbildung einen Bildungsscheck erhalten, bei dem die Kosten zur Hälfte (bis maximal 500 Euro) vom Staat übernommen werden. Rheinland-Pfalz, Schleswig- Holstein und Hamburg halten mit dem QualiScheck bzw. dem Weiterbildungsbonus ein vergleichbares Angebot bereit. In Sachsen gibt es den Weiterbildungscheck.

Nachfolgend eine Übersicht über geförderte Programme in den einzelnen Bundesländern

Hinweis: Keine Gewähr, Stand: Juli 2018

Bildungsscheck in Brandenburg

Bremer Weiterbildungsscheck

Weiterbildungsbonus in Hamburg

Weiterbildung in Niedersachsen (WiN)

Bildungsscheck in NRW

Bildungsscheck für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern

Qualifizierungsscheck in Rheinland-Pfalz

Weiterbildungsscheck in Sachsen

Weiterbildungsbonus in Schleswig-Holstein

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