Emojis und ihre Bedeutung: Versteht doch jeder, oder?

Berlitz

Die grinsenden Gesichter 😁😋, lustigen Figuren 🙈 🙉 🙊 und bunten Gegenstände 🎠🎁 sind aus der modernen Kommunikation mit E-Mail und Smartphone-Messengern nicht mehr wegzudenken. Täglich werden Emojis millionenfach versendet – sie sind zu einer Weltsprache geworden. Kein Wunder, schließlich lässt sich mit den Symbolbildern oft einfacher ausdrücken, was sonst vieler Worte bedürfte. Aber ist die Bedeutung der Symbole wirklich immer klar? Wo liegen die Schwierigkeiten? Und sind Smileys in der beruflichen Kommunikation in Ordnung?

Sag’s mit Smiley – Emojis im täglichen Einsatz

Der Begriff „Emoji“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet Bildschriftzeichen. Der Japaner Shigetaka Kurita entwickelte 1995 die ersten für die damals verbreiteten Pager. Die Symbole sollten Emotionen ausdrücken, wo Formulierungen im Japanischen uneindeutig waren. Dass die Piktogramme einen festen Platz in der Alltagkommunikation erhalten werden, konnte er damals vermutlich noch nicht ahnen.

Inzwischen erfüllen Emojis ganz unterschiedliche Funktionen: Mal beschreiben sie die Gefühlslage des Absenders, mal kommentieren sie eine Nachricht ironisch oder ersetzen sogar einen ganzen Satz.

Inzwischen gibt es laut Unicode etwa 2.700 verschiedene Emoji-Symbole. Rechnet man nur die unterschiedlichen Smileys und Bilder von Personen, sind es etwa 1.600. Und immer wieder kommen neue hinzu: Seit Ende 2016 sind viele Emoji-Figuren diverser geworden, mit zahlreichen Varianten in der Hautfarbe, sowie weiblichen und männlichen Versionen. Finnland hat sogar ein eigenes Emoji-Paket entwickelt – mit Symbolen, die das nordische Land repräsentieren, wie z. B. Langlauf, Nordlichter und Saunas.

Grinsen oder Aggression? Missverständnisse durch Emojis

Versteht wirklich jeder immer auf Anhieb, was welches Emoji bedeutet, oder welches Gefühl von dem Gesichtsausdruck eines Smileys abzulesen ist? Geht es nach Wissenschaftlern der University of Minnesota, lautet die Antwort ganz klar: Nein! Die Forscher fanden heraus, dass sich die Nutzer in etwa einem Viertel aller Fälle nicht einig darüber sind, ob ein Emoji positiv, negativ oder neutral zu verstehen ist.

Wenn es zu Missverständnissen kommt, kann das aber auch an der uneinheitlichen Darstellung in verschiedenen Smartphone-Betriebssystemen und Messengern liegen: Was für den einen Nutzer aussieht wie ein breites Grinsen mit zusammengekniffenen Augen, interpretiert der andere als Kampfbereitschaft, als aggressive Stimmung – nur deswegen, weil der vermeintlich gleiche Smiley in iOS und Android unterschiedlich dargestellt wird.

Hinzu kommen Schwierigkeiten, die sich aus sprachlichen und kulturellen Unterschieden ergeben. Verschickt ein deutscher Muttersprachler etwa 😊💉👍, dann wird ein Deutsch-Neuling vermutlich erstmal nur Fragezeichen zurückschicken. Denn wer die Redewendung „Lachen ist die beste Medizin“ nicht kennt, dem wird die Symbolreihe vermutlich erst mal ganz schön Kopfzerbrechen bereiten. Kein Wunder also, dass hier sogar ein neues Berufsfeld entstanden ist – das des Emoji-Übersetzers.

Emojis im Job: Normal oder No-Go?

Trotz möglicher Missverständnisse sind Emojis in Kommunikation weit verbreitet. Dabei sollten sie im beruflichen Kontext mit Vorsicht eingesetzt werden. Wissenschaftler der israelischen Ben-Gurion-Universität raten sogar vom Gebrauch ab. Sie fanden heraus: Wer im beruflichen Kontext Smileys versendet, wirkt eher inkompetent. Absender, deren Nachrichten mit Symbolbildern angereichert waren, erhielten auf Anfragen zudem weniger Informationen zurück.

Wer sich jetzt ertappt fühlt, darf aufatmen, denn die Untersuchungsergebnisse gelten nur für den Fall, dass sich die Betreffenden zum ersten Mal schreiben und sich nicht persönlich kennen.

Außerdem legt eine andere Untersuchung nahe, dass Emojis in der Kundenbetreuung sogar positiv wirken. Wenn ein Kundenberater im Service-Chat seine Antwort mit einem Smiley versieht, wirkt er persönlicher und empathischer.

Emojis gezielt einsetzen

Wie in jeder Sprache gilt es auch bei der Verwendung von Emojis, einige Dinge zu beachten. Es sollte jedem bewusst sein, dass die Symbole nicht eindeutig sind. Missverständnisse lassen sich vermeiden, indem die Bilder in Textnachrichten passend zum Anlass und Konversationspartner gewählt werden. Im beruflichen Kontext sollten Emojis generell nur sparsam auftauchen. In der informellen Kommunikation mit engen Kollegen, sollte das aber kein Problem sein. Aber wer mit dem Chef über eine Gehaltserhöhung verhandeln will, sollte die E-Mail lieber nicht mit einem Zwinker-Smiley 😉 beenden. Alles klar soweit?

Wenn eine gemeinsame Sprache fehlt, können neben Emojis auch Gesten und Gebärden helfen – doch auch dabei lauern Missverständnisse. Erfahren Sie auf unserem Blog, welche das sind.

Share this