Fremdsprachenkenntnisse im Job: Gefragte Sprachen und richtige Methoden

Berlitz

In Lebensläufen steht häufig geschrieben: „Englisch (verhandlungssicher)“. Doch bei genauerem Hinsehen und -hören stimmt das oft nicht so ganz. Da fallen schon einmal Sätze, die jeden Muttersprachler zusammenzucken lassen, etwa „I work in the home office“ (korrekt wäre: „I work from home“). Klar ist: Wer eine oder besser gleich mehrere Fremdsprachen sicher beherrscht, hat in einer zunehmend global vernetzten Arbeitswelt gute Karrierechancen. Aber muss es eigentlich immer Englisch sein? Welche Fremdsprachen sind noch gefragt – und in welchen Branchen? Welche Methoden sind für Unternehmen am besten geeignet, die ihren Mitarbeitern zu besseren Sprachkenntnissen verhelfen wollen? Antworten auf diese Fragen lesen Sie im folgenden Artikel.

Speak you English? – Gutes Englisch ist nach wie vor wichtig

In vielen Branchen der heutigen Arbeitswelt gilt: Ohne Fremdsprachen geht es nicht. Auf Platz Nummer Eins liegt nach wie vor Englisch – schließlich ist es eine der Sprachen, die weltweit am häufigsten gesprochen werden. In Deutschland werden allein bei fast einem Viertel aller ausgeschriebenen Stellen Englischkenntnisse gefordert. Vor allem in der Wirtschaft führt an Englisch kein Weg vorbei.

In welchem Ausmaß Bewerber die Sprache beherrschen müssen, unterscheidet sich prinzipiell jedoch von Branche zu Branche und von Position zu Position. Während es manchmal reicht, Englisch zu lesen und zu verstehen, müssen gerade Fach- und Führungskräfte auch schon einmal wichtige Verhandlungen in englischer Sprache führen oder mit ausländischen Kollegen eng zusammenarbeiten.

Welche Sprachen Sie auch in Erwägung ziehen sollten

Neben Englisch sind allerdings noch weitere Sprachen nützlich für die Karriere. Französisch ist vor allem für geschäftliche Beziehungen in Europa sehr hilfreich, schließlich ist Nachbarland Frankreich einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Außerdem ist Französisch in EU-Institutionen in Brüssel Verkehrssprache, und auch in internationalen Organisationen wie der NATO oder dem Roten Kreuz zählt Französisch zu den offiziellen Sprachen.

Ein weiteres Argument für Französisch: Afrika wird zunehmend wichtig als Handelspartner – und in vielen afrikanischen Ländern ist Französisch offizielle Amtssprache. Sie ist daher auch für Berufe in der Entwicklungshilfe eine wichtige Kompetenz. Spanisch ist nach Englisch die Sprache, die weltweit von den meisten Menschen gesprochen wird. Etwa in der Tourismusbranche ist das Spanische sehr nützlich, verbringen doch jährlich rund zehn Millionen Deutsche ihren Urlaub an Costa Brava & Co. Hinzu kommt, dass Spanien ebenfalls ein wichtiger Handelspartner Deutschlands ist – und auch in Lateinamerika wird überwiegend Spanisch gesprochen.

Für deutsche Arbeitnehmer ist auch Japanisch eine Sprache, die es zu lernen lohnt. Mehr als 1.000 japanische Unternehmen gibt es in Deutschland. Vor allem im internationalen Management erfolgreicher japanischer Technologieunternehmen sind häufig attraktive Stellen zu vergeben – oft sind Japanischkenntnisse sogar die Voraussetzung für einen Job.

Auch Chinesisch und Arabisch gehören zu den Sprachen, die in vielen Unternehmen gefragt sind. Sie werden von vielen Menschen in Ländern gesprochen, mit denen deutsche und internationale Unternehmen Wirtschaftsbeziehungen unterhalten. China ist etwa der viertgrößte Handelspartner Deutschlands. Viele Exportprodukte der Automobilindustrie oder der Elektrotechnik finden jedes Jahr ihren Weg ins „Land des Lächelns“.

Welche Sprache Sie konkret lernen sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Schließlich kommt es darauf an, in welcher Branche und in welchem Unternehmen Sie tätig sind. Grundsätzlich aber gilt: je mehr Sprachen, desto besser.

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Sprachtraining im Unternehmen – Welche Methode ist die richtige?

Dass Fremdsprachenkenntnisse in der heutigen Arbeitswelt ein entscheidender Vorteil sind, gilt nicht nur für den einzelnen Arbeitnehmer, der seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt erhöhen möchte. Auch Unternehmen wissen um die Notwendigkeit sprachlicher Kompetenzen. Schließlich stehen sie nicht mehr nur auf nationaler Ebene im Wettbewerb mit anderen, sondern weltweit. Und wenn es bei der Kommunikation nicht richtig zusammenpasst, kann ein lukratives Geschäft platzen.

Unternehmen haben also ein großes eigenes Interesse daran, ihre Mitarbeiter sprachlich fit für die internationale Arbeitswelt zu machen. Für größeren Erfolg bei den Fremdsprachenkenntnissen stehen ihnen die unterschiedlichsten Lernmethoden zur Verfügung. Bei dieser Vielfalt können Personalverantwortliche mitunter schwer herausfinden, welcher Weg der richtige für ihre Bedürfnisse ist. Als kleine Entscheidungshilfe geben wir im Folgenden eine Übersicht über die wichtigsten Methoden.

1. Gemeinsam, nicht einsam: Inhouse-Workshops

Eine der häufigsten Trainingsmethoden sind sicherlich Inhouse-Workshops – also Trainingseinheiten für Einzelpersonen oder Gruppen, bei denen ein Sprachtrainer in das Unternehmen kommt. Zu einem festgelegten Zeitpunkt und in regelmäßigen Abständen findet das Training dann direkt in den Firmenräumen statt. Der Vorteil: Arbeitnehmer und/oder Fach- und Führungskräfte verlieren keine Zeit durch längere Anfahrten.

Im Vorfeld werden alle Teilnehmer gemäß ihren Vorkenntnissen eingestuft. Dies stellt sicher, dass niemand über- oder unterfordert ist und die Motivation über die gesamte Kursdauer erhalten bleibt. Wichtig ist zudem, dass Native Speaker, also Muttersprachler, den Unterricht leiten.

Generell ist der Unterricht in Gruppen empfehlenswert. Schließlich geht es bei Sprachen um Kommunikation – und die lernt man am besten gemeinsam mit anderen. Allerdings unterscheidet sich das Lerntempo von Person zu Person. Lernmodule müssen dementsprechend flexibel gestaltet und Trainer hochqualifiziert sein, um dies schnell zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.

2. Lernen, wann und wo ich will: Online-Kurse/E-Learning

Neben Inhouse-Trainings sind Online-Kurse eine beliebte Methode zum Sprachenlernen. Sie bieten weniger direkten Austausch als das Lernen vor Ort und in der Gruppe – wobei dies dank Chat und Kommunikationsprogrammen ebenfalls möglich ist. Der größte Vorteil von Online-Kursen ist sicherlich die räumliche und zeitliche Flexibilität: Jeder Teilnehmer lernt, wann und wo er will. Außerdem bestimmt jeder Teilnehmer selbst über sein Lerntempo – und es gibt Menschen, die am effektivsten alleine lernen. Dies setzt jedoch Disziplin und eine hohe Eigenmotivation voraus.

3. The Best of Both Worlds: Blended Learning

Blended Learning, also vermischtes oder integriertes Lernen, verbindet Präsenzunterricht und E-Learning. So können etwa anfangs vor Ort organisatorische Fragen besprochen werden. Außerdem lernen sich die Kursteilnehmer persönlich kennen, was den späteren Austausch per Videochat oder bei Gruppenaufgaben erleichtert. Präsenzveranstaltungen wechseln bei dieser Methode mit Selbstlern-Phasen. Ein Vorteil ist es auch hier, dass die Teilnehmer das Lerntempo relativ frei selbst bestimmen können.

4. Tief eintauchen: Total Immersion®

Eine besondere Form des Sprachenlernens ist die Methode Total Immersion®. Sie richtet sich vor allem an Menschen, die innerhalb kürzester Zeit den maximalen Lernerfolg wollen. Wenn etwa eine wichtige Verhandlung in einer Fremdsprache oder eine relativ kurzfristig angesetzte Geschäftsreise ansteht, verspricht diese Methode schnell Erfolg.

Dabei erhält der Teilnehmer in einem Zeitraum zwischen einer und sechs Wochen intensiven Einzelunterricht mit Muttersprachlern, wobei täglich eine Stunde mit zwei Muttersprachlern gleichzeitig verbracht wird, um auf Gruppensituationen vorzubereiten. Auch der Business Lunch läuft in der Muttersprache ab, sodass zum Beispiel auch private oder informelle Gesprächssituationen eingeübt werden.

Übung macht den Fremdsprachenmeister

Es spielt keine Rolle in welcher Form Sie, egal ob Fach- und Führungskraft oder Teammitglied, sich auf das Abenteuer „Fremdsprache“ einlassen: Entscheidend ist, dass Sie Spaß daran haben und regelmäßig üben. Einmal pro Woche kann daher in vielen Fällen zu wenig sein – bis zum nächsten wöchentlichen Termin haben Sie möglicherweise schon die Hälfte aus der letzten Stunde wieder vergessen.

Ein Tipp zum Schluss: Vielleicht erwägen Sie für Ihren nächsten Urlaub einmal eine Sprachreise. Sie lernen dabei direkt in dem Land, in dem die neue Sprache gesprochen wird. Sind Sie den ganzen Tag davon umgeben, erhöht das automatisch Ihr Lerntempo – und Sie kommen nebenbei auch noch in den Genuss von Kultur, Erholung und Kulinarik. Vielleicht lässt sich Ihr Unternehmen ja dazu überreden, sich finanziell daran zu beteiligen…?

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