Bedrohte Wörter: Eine Entdeckungsreise durch vergangene Zeiten

Berlitz -

Sprache ist lebendig. Sie unterliegt einem ständigen Wandel, lässt sich von fremden Kulturen und gesellschaftlichen Entwicklungen inspirieren. Verändern sich diese oder der Bezug dazu, verlieren auch viele Wörter ihre ursprüngliche Bedeutung oder kommen ganz aus der Mode. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise zu den bedrohten Wörtern dieses Jahrzehnts. Erfahren Sie, ob ein Springinsfeld gehöriger Mumpitz ist und was Vetteln und Backfische unterscheidet.

Alte deutsche Wörter – Über die Herren der Schöpfung

Ein Tausendsassa könnte uns auf unserer Reise sicher helfen, denn dieser Mann verfügt über herausragende Fähigkeiten – und das gleich auf mehreren Gebieten. Der Schlawiner wird uns das Leben wahrscheinlich schwer machen, mit seiner pfiffigen, gewitzten und durchtriebenen Art. Genauso wenig hilft uns ein Schwerenöter – er spricht den Frauen und dem Alkohol einfach zu sehr zu. Ein lebenslustiger und leichtsinniger Mensch wie ein Springinsfeld ist wohl nicht der beste Reiseführer auf unserer Suche nach altmodischen Wörtern. Und ein Dreikäsehoch muss erst noch wachsen, bevor er die Nuancen der deutschen Sprache bis ins Detail versteht. So wurde früher ein Kind bezeichnet, das sich für sein zartes Alter von drei bis sechs Jahren zu sehr aufspielte.

Fast vergessene Wörter – Was sagen die Frauen dazu?

Bitten wir das Fräuleinwunder um Hilfe, wenn es um bedrohte Wörter geht? Mit ihrer selbstbewussten, modernen Art hat sie den Männern in der Zeit des Wirtschaftswunders reihenweise den Kopf verdreht, jung und hübsch, wie sie war. Da konnte das Mauerblümchen nicht mithalten. Selbst beim Tanzen blieb das unscheinbare Mädchen oft am Rand sitzen.

Einige Herren mochten wohl lieber Wuchtbrummen, üppige Frauen. Diese durften sich allerdings nicht wie Hupfdohlen aufführen, dann war es ganz schnell vorbei mit der Flirterei. Früher erhielten Ballett- oder Revuetänzerinnen diesen abwertenden oder scherzhaft gemeinten Namen. Das war jedoch immer noch besser, als eine Vettel zu sein: eine alte Frau mit einem verdorbenen Charakter. Und die Backfische, jugendliche Mädchen, waren einfach noch zu grün hinter den Ohren, um uns auf unserer Reise zu den bedrohten Wörtern zu begleiten.

Aussterbende Wörter – Geht das überhaupt?

Wo sind all diese Wörter hin? Ausgestorben? Was für ein Kokolores, unsinniges Geschwätz, sagen Sie? Vielleicht ist das alles nur Mumpitz, also Unfug, und Wörter können gar nicht aussterben. Vielleicht sind sie nur außer Betrieb. Und eines Tages funktionieren sie wieder. Es bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit sollten wir keine Sperenzchen machen oder Widerstand leisten, sondern der Sprache ihren Lauf lassen. Damit sie sich ausleben kann, dynamisch bleibt und die gegenwärtige Gesellschaft reflektiert.

Deutsche Ausdrücke – Gestern und heute

Sie finden, unsere Reise in vergangene Zeiten ist Firlefanz – übertriebener Aufwand? Der Duden macht sich alle drei bis vier Jahre diese Mühe. Er analysiert den Gebrauch aller möglichen Begriffe und Bezeichnungen, wirft alte Wörter heraus und fügt neue hinzu. In der zuletzt aktualisierten Ausgabe 2013 finden sich zum Beispiel „Vollpfosten“ und „Social Media“ wieder. Fraglich ist aber, ob sie in zwanzig oder dreißig Jahren immer noch dabei sein werden. Bis dahin können wir uns an den neuen Wortkreationen freuen oder schöne alte Ausdrücke wie „blümerant“ oder „Klimbim“ ab und zu wieder in Gespräche einstreuen.

BTW (by the way, Englisch für „übrigens“) Auch die Erfindung der SMS hat den Sprachgebrauch stark verändert. Wir haben für Sie die 10 wichtigsten englischen Abkürzungen in Chats und Kurznachrichten zusammengestellt. So bleiben Sie up to date.

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