Die britische Küche: 5 Gaumenfreuden von der Insel abseits von Fish and Chips

Berlitz -

Jemand Lust auf Bohnen und Würstchen zum Frühstück? Der Ruf der britischen Küche ist nicht der Beste. Dabei halten sich viele Klischees zu Unrecht, denn das kulinarische Angebot aus Großbritannien lässt heute kaum Wünsche offen. Nicht zuletzt dank Starköchen wie Jamie Oliver oder Gordon Ramsay wird die Insel langsam aber sicher zu einem Reiseziel für Foodies. Gut gemachte Klassiker geben dabei einen Vorgeschmack, wie lecker die englische Küche sein kann.

Die Top 5 der britischen Spezialitäten neu entdeckt

Shepherd's Pie

Ein guter „Schäferkuchen“ benötigt zwei Dinge: Lammfleisch und Zeit. Um nicht in Zeitdruck zu geraten, lässt sich die Fleischfüllung schon am Vortag vorbereiten – in England nimmt man auch gerne die Überreste des Sunday Roasts, des berühmten Sonntagsbratens. Sind keine Reste übrig, muss das Lammfleisch gemeinsam mit Staudensellerie, Zwiebeln und Karotten einige Stunden vor sich hin köcheln, bis es langsam zerfällt. Am besten eignet sich das Fleisch aus der Lammschulter, zur Not geht auch Hackfleisch – dann ist es jedoch offiziell ein „Cottage Pie“. Alles abkühlen lassen, in eine Auflaufform geben, mit Kartoffelstampf, Butter, Semmelbrösel und Käse bedecken und im Ofen backen – schmeckt fantastisch und erwärmt Herz und Bauch gleichermaßen.

Zum Beispiel-Rezept von Jaime Oliver.

Yorkshire Pudding

Von der Nebenrolle zum Star – der fluffige Yorkshire Pudding ist von der Beilage zum Sonntagsbraten längst zum Kultgebäck der englischen Küche geworden. Mittlerweile hat er mit dem ersten Sonntag im Februar sogar einen eigenen Gedenktag erhalten. Die kleinen Törtchen werden aus Mehl, Eiern, Milch und Fett in einer Muffinform gebacken, es gibt aber auch die Variante, bei der der gesamte Teig in einer Auflaufform zu einem großen Kuchen gebacken wird. Der Clou der Zubereitung: Die Form wird mit Öl eingepinselt und im Ofen stark erhitzt. Erst dann kommt der Teig in die Form, der nun besonders schön aufgehen sollte. Traditionell wird Yorkshire Pudding unter dem Sonntagsbraten im selben Ofen gebacken, dessen Fett in den Teig tropft und ihn noch schmackhafter macht. Heute wird in der Mulde des Gebäcks gerne die Bratensauce serviert.

Link zum Rezept auf BBC goodfood

Cornish Pasty

Leckere Teigtaschen mit eingebautem Vergiftungsschutz: Cornish Pastys waren das traditionelle Mittagessen der englischen Minenarbeiter im 18. und 19. Jahrhundert. Dabei wurden Kartoffeln, Steckrüben und Zwiebel zusammen mit gebratenem Hackfleisch in einem herzhaften Teig mit dickem Rand gebacken. Der Rand hatte dabei wichtige zwei Funktionen: Einerseits ritzten die Frauen dort die Initialen ihrer Männer ein, um eine Verwechslungen in der Mittagspause auszuschließen. Andererseits konnten die Arbeiter essen, ohne dass ihre, vom Zinnabbau mit Arsen belasteten, Hände mit dem Essen in Berührung kamen. Der Rand wurde nach der Mahlzeit weggeworfen in der Hoffnung, dass bösartige Minenkobolde sich daran vergiften. Das Gericht ist also nicht nur reich an Geschmack – sondern auch an historischen Anekdoten mit Seltenheitswert.

Link zum Rezept auf The Spruce Eats

Scotch Eggs

Finger Food wie aus dem 18. Jahrhundert? Wenn es sich um Scotch Eggs handelt, sehr gerne! Für den handlichen Snack werden gekochte Eier in Wurstbrät gewickelt, mit Semmelbröseln paniert und anschließend in heißem Öl frittiert. So einfach, so lecker. Die Bällchen gibt es in England vor allem kalt zum Picknick. Neben der klassischen Variante kann man die schottischen Eier nach Belieben würzen oder verfeinern, wie es beispielsweise Gordon Ramsay in seinem Rezept tut.

Scones

Kaum etwas gehört so sehr zur britischen Lebensart wie das Teetrinken. Untrennbar damit verknüpft: Scones. Die kleinen Gebäckteilchen werden traditionell zum Afternoon Tea gereicht und mit Clotted Cream, einem dicken Rahm aus Kuhmilch mit mindestens 55% Fettgehalt, und Marmelade oder Erdbeerkonfitüre bestrichen. Name und Ursprungsrezept leiten sich wahrscheinlich vom niederländischen „schoonbrod“ ab, das über Schottland England erreichte. Bei der Zubereitung werden Mehl, Backpulver, etwas Zucker, eine Prise Salz mit Milch und kalter Butter vermengt. Der Teig sollte nicht zu lange geknetet werden, er darf etwas klumpig bleiben. Etwa 2 bis 3 cm dick ausrollen, kleine, runde Taler ausstechen und im Ofen 12 bis 15 min backen. Scones lauwarm genießen und gedanklich im kulinarischen Himmel über England schweben.

Link zum Rezept auf BBC

Die britische Küche neu entdecken

Neben diesen Klassikern hat die englische Esskultur natürlich noch mehr zu bieten. Indische und afrikanische Einflüsse machen die Auswahl vor allem in englischen Großstädten extrem abwechslungsreich. Junge Köche erobern die weltweite Gastronomieszene, während im ländlichen Raum auf Slow Food und regionale Zutaten von bester Qualität gesetzt wird. Abseits bekannter Reiseziele für Gourmets mausert sich Großbritannien langsam aber sicher zu einem kleinen Geheimtipp.

Na, auf den Geschmack gekommen? Versuchen Sie es selbst und probieren Sie die leckeren britischen Gerichte – vielleicht sogar selbstgekocht nach Rezepten in Originalsprache. Und sollten Sie in England einmal zum Essen eingeladen werden: Hier sind 7 Tipps für die perfekte britische Attitüde für einen makellosen Auftritt!

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