Japanisch für Anfänger

Berlitz

Die japanische Kultur begeistert viele Menschen in Deutschland, insbesondere durch ihre Mangas und Anime-Filme. Doch nicht nur kulturell, auch wirtschaftlich hat das Land einiges zu bieten: Bedeutende Unternehmen der Tech- und Automobilbranche stammen aus Japan, beispielsweise Sony, Toyota oder Toshiba. Es gibt also vielfältige Gründe, um Japanisch als Anfänger zu lernen: für eine Reise, einen Arbeitsplatz oder ein Studium im Fernen Osten. Dabei kann Japanisch für Anfänger recht komplex erscheinen. Wir stellen die wichtigsten Fakten rund um diese Sprache vor.

Das Land der aufgehenden Sonne

Japan ist ein Inselstaat und liegt in Ostasien am Rande des Pazifischen Ozeans, in unmittelbarer Nähe zu China, Korea und Russland. Japanisch wird in der Landessprache Nihongo genannt und fast ausschließlich von Muttersprachlern gesprochen. Die Grundlage der japanischen Hochsprache bildet der Tokio-Dialekt, der sich durch Medien und Bildung landesweit verbreitet hat. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Dialekte mit großen Abweichungen untereinander.

  • Sprachfamilie: Japanische Sprachen (Herkunft in der Forschung umstritten)
  • Ähnliche Sprachen: Ryūkyū (Dialektfamilie der gleichnamigen japanischen Inselgruppe)
  • Dialekte: Östliche Dialekte des Tokio-Typs, westliche Dialekte des Kyoto-Osaka-Typs
  • Muttersprachler weltweit: 127 Millionen
  • Die meisten Sprecher in: Japan, Brasilien, USA, Palau
  • Amtssprache in: Japan

Die japanischen Schriftzeichen

Japanisch basiert auf einem komplexen Schriftsystem, das drei verschiedene Schriften verwendet:

Kanji: die chinesischen Schriftzeichen für übernommene Begriffe aus dem Chinesischen
Hiragana: eine Silbenschrift für den ursprünglichen Wortschatz
Katakana: eine Silbenschrift für neuere Lehnwörter (Begriffe aus anderen Sprachen)

Die chinesische Variante umfasst 50.000 verschiedene Zeichen, die jeweils für ein Wort oder einen Wortbestandteil stehen. Der durchschnittliche Japaner beherrscht etwa 2.000 bis 3.000 davon. Hiragana und Katakana bestehen jeweils aus etwa 45 bis 50 Zeichen, die je einer Silbe entsprechen. Innerhalb eines Satzes können alle drei Schriftarten auftauchen, abhängig davon, aus welchen Wörtern er sich zusammen setzt.

Ein Beispiel:

友達の名前はミヒャエルです。

Tomodachi no namae wa Mihyaeru desu.

Mein Freund heißt Michael.

友達の名前はベトラです。

Tomodachi no namae wa Petora desu.

Meine Freundin heißt Petra.

In diesem englischen Video werden noch einmal die Unterschiede zwischen Kanji, Hiragana und Katakana erklärt und anhand von vielen Beispielen gezeigt:

Die japanische Grammatik

Wer Japanisch studieren will, kann sich freuen – zumindest in Hinblick auf die Grammatik: Die Sprache kennt weder Geschlecht, Artikel noch Plural. Ihre grammatikalischen Strukturen sind sehr logisch aufgebaut. Es gibt nur wenige Unregelmäßigkeiten und Ausnahmen. Ein Beispiel: Innerhalb eines Satzes folgt auf das Subjekt zunächst das Objekt, das Prädikat steht immer am Schluss. Das gilt sowohl für Haupt- als auch für Nebensätze (siehe Beispiel unten).

Die japanische Sprache wird als sogenannte agglutinierende Sprache bezeichnet. Das heißt, ein Wort nimmt verschiedene Bedeutungen an, je nachdem, welche Partikel oder Endungen hinten angehangen werden. So wird beispielsweise aus einem Subjekt ein Objekt, aus Umgangssprache eine höfliche Formulierung oder ein Verb verändert seine Zeitform, wie in dem folgenden Beispiel:

Ich habe mir einen Film angesehen.

私は
Aussprache: Watashi-wa
Übersetzung:
Ich (Subjekt)

映画を
Aussprache: eiga-o
Übersetzung:
Film (Objekt)

見ました
Aussprache: mimashita
Übersetzung:
gesehen (Prädikat)

Lehnwörter aus dem Deutschen und Japanischen

Deutsch war in Japan bis 1945 die zweitwichtigste Wissenschaftssprache und das hatte seinen Grund: Im 19. Jahrhundert lehrten viele deutsche Ärzte Medizin an japanischen Universitäten. Das Land übernahm sogar das medizinische Ausbildungssystem aus Deutschland und orientierte sich an dessen Rechtssystem. Noch heute gibt es zahlreiche Lehnwörter aus dem Deutschen in den Bereichen Medizin, Bergsteigen oder Politik. Umgekehrt haben aber auch viele japanische Wörter Eingang in die deutsche Sprache gefunden.

Deutsche Lehnwörter im Japanischen:

ゲマインシャフト
Aussprache: gemainshafuto
Bedeutung: Gemeinschaft

クランケ
Aussprache: kuranke
bedeutung: Kranker, Patient

リュックサック
Aussprache: ryukkusakku
Bedeutung: Rucksack

トルテ
Aussprache: torute
Bedeutung: Torte

Japanische Lehnworte im Deutschen

Bonsai
Chinesisch: 盆栽
Übersetzung:
Topfpflanzung

Kamikaze
Chinesisch:
神風
Übersetzung:
göttlicher Wind

Karaoke
Chinesisch: カラオケ
Übersetzung:
leeres Orchester

Origami
Chinesisch: 折り紙
Übersetzung:
Papierfalten

Sushi
Chinesisch: 寿司
Übersetzung:
Reisgerichte

Tofu
Chinesisch: 豆腐
Übersetzung:
Speise aus Sojabohnen

Erste japanische Vokabeln und Sätze

Da viel Zeit notwendig ist, um die Schriftzeichen zu lernen, können Anfänger Japanisch zunächst auch nur mündlich lernen. Das funktioniert beispielsweise besonders gut mit Podcasts oder YouTube-Videos.

Darüber hinaus gibt es viele kultige japanische Filme und Serien mit deutscher Untertitelung, wie z.B. die Studio Ghibli Filme „Mein Nachbar Totoro“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“. Oder Sie entdecken japanische Vokabeln anhand von geeigneten Mangas, wie es dieser Blog empfiehlt.

Als kleinen Vorgeschmack gibt es hier schon ein wenig nützliches Reisevokabular:

Guten Tag!

Japanisch: 今日は | Aussprache: konnichi wa

Auf Wiedersehen!

Japanisch: さようなら | Aussprache: sayōnara

Wie geht es Ihnen?

Japanisch: お元気ですか | Aussprache: o-genki desu ka

Danke, gut.

Japanisch: はい、元気です | Aussprache: hai, genki desu

Danke.

Japanisch: どうも | Aussprache: dōmo

Es tut mir leid.

Japanisch: どうもすみません | Aussprache: dōmo sumimasen

Japanische Fremdsprachenkenntnisse können sich lohnen, um in die japanische Kultur einzutauchen oder einen attraktiven Job zu bekommen. Welche weiteren Sprachen in der Wirtschaft Bedeutung haben, erfahren Sie in unserem Beitrag „Gefragte Sprachen und richtige Methoden“.

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