Die Geheimnisse des Erfolgs: So gelingt die virtuelle Teamarbeit
Damit ein virtuelles Team funktioniert und das Projekt über räumliche und zeitliche Distanzen zum Erfolg wird, sind gewisse Grundvoraussetzungen nötig. Dazu zählen unter anderem eine angemessene Technik, eindeutige Regeln sowie geeignete Mitarbeiter und Führungskräfte. Auf diese Faktoren sollten Sie achten:
1. Auswahl des Teams
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für virtuelle Teams ist die Auswahl der richtigen Mitarbeiter. Dabei sollten nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch soziale Kompetenzen eine Rolle spielen. Die idealen Mitarbeiter besitzen zusätzlich zu ihrem Expertenwissen Medienkompetenz, technisches Know-how und ein psychologisches Gespür für die Kommunikation und die Fallstricke der verteilten Zusammenarbeit.
2. Zusammenhalt und persönliches Kennenlernen
Auch virtuelle Teams leben von persönlichen Beziehungen. Durch ein geschicktes digitales Teambuilding lassen sich wichtige Grundlagen wie Vertrauen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen. Falls möglich, sollten sich die Teammitglieder auch außerhalb des virtuellen Raums kennenlernen – zum Beispiel bei einem persönlichen Kick-off-Meeting vor Projektbeginn. Auch im weiteren Projektverlauf können traditionelle Meetings gute Dienste im Vertrauensaufbau leisten. Bei globalen Teams kann es hilfreich sein, die kulturellen Aspekte der Zusammenarbeit im Rahmen eines interkulturellen Trainings zu erfahren.
3. Klare Regeln für die Kommunikation
Ein klarer Rahmen hilft, einen gemeinsamen Arbeitsstil in der Gruppe zu bilden. Daher sollten Teamleiter und Team zu Beginn gemeinsam Regeln zur Zusammenarbeit, zum Austausch und zum Umgang untereinander festlegen: Wie wollen wir kommunizieren? Wer informiert wen auf welchem Weg und in welchen Abständen? Wie und wann sind wir erreichbar? Wie gehen wir mit Konflikten um?
Darüber hinaus sollte der Teamleiter regelmäßig ein Online-Meeting mit den Projektbeteiligten abhalten, damit alle über den gleichen Wissensstand verfügen. Ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Kommunikation ist das Schaffen einer virtuellen Nähe unter den Teammitgliedern. Denn auf diese Weise entsteht eine Gemeinschaft, in der alle Teammitglieder das Gefühl haben, dazuzugehören.
4. Selbstständigkeit und Vertrauen stärken
Lassen Sie Ihren Mitarbeitern die Freiheit, ihre Aufgaben und den Zeitplan selbst zu gestalten. Die flexible Arbeitsgestaltung schafft Ihren Fachkräften von Anfang an ein bereicherndes Arbeitsumfeld, in welchem sie Verantwortung übernehmen und Kompetenzen wie Prioritäten setzen oder Zeitmanagement für fristgerechte Projektabgaben ausbauen. Trauen Sie ihren virtuellen Projektteams auch den Umgang mit Risiken oder Problemlösungen zu.
5. Technische Basis für die Zusammenarbeit
Die technische Grundlage für die virtuelle Teamarbeit sind Kommunikationslösungen. Sie sind eine Grundvoraussetzung, damit die Teamarbeit auch über räumliche und zeitliche Distanzen funktioniert. Dazu zählen E-Mail-Programme, Instant Messaging und Chats, Webkonferenzen, ein gemeinsamer virtueller Arbeitsraum für die Dateiablage und Kollaboration, Wikis zur Sammlung von Wissen und Erfahrungen.
Wichtig ist, dass jedes Teammitglied den Umgang mit den eingesetzten technischen Lösungen beherrscht und Zugang zu ihnen hat. Doch vor allem eine ausgeprägte Kommunikationskultur und die Unternehmenskultur im Homeoffice sind die Basis für eine erfolgreiche virtuelle Teamarbeit.
6. Führung virtueller Teams
In der virtuellen Zusammenarbeit ist der Teamleiter weniger Chef und Vorgesetzter, sondern vor allem Moderator des Arbeitsprozesses. Zielgerichtete Moderationstechniken und agile Meetingformate sorgen für einen effizienten Ablauf. Zu dominantes und autoritäres Auftreten könnte hingegen schädlich für den Projekterfolg sein. Im Rahmen eines kooperativen Führungsstils müssen die Führungskräfte ihren Mitarbeitern mehr Selbstständigkeit gewähren und sie in die Geschäftsprozesse miteinbeziehen.
Interkulturelle Kompetenz, Einfühlungsvermögen und gutes Selbstmanagement runden das Profil einer erfolgreichen digitalen Führungskraft ab. Zeichnet sich eine Uneinigkeit ab, sollten die Teamleiter frühzeitig steuernd in den Konflikt eingreifen – aber nie per E-Mail. Wesentlich besser ist es, den persönlichen und direkten Kontakt zu suchen.