Wie viele Sprachen gibt es auf der Welt?

Die Frage ist tatsächlich nicht so leicht zu beantworten, da Sprachen nach vielen verschiedenen Kriterien klassifiziert werden – beispielsweise nach Dialekten oder ihrer Aussprache. Darüber hinaus verändern sich Sprachen im Laufe der Zeit oder sterben aus. Aktuell geht man von ca. 7.000 unterschiedlichen Sprachen weltweit aus, die aktiv gesprochen werden. Sie verteilen sich in etwa wie folgt auf die verschiedenen Kontinente bzw. Regionen:

  • Asien: ca. 2.300 Sprachen
  • Afrika: ca. 2.100 Sprachen
  • Pazifik: ca. 1.300 Sprachen
  • Amerika: ca. 1.000 Sprachen
  • Europa: ca. 290 Sprachen

Bei etwa 40 Prozent handelt es sich um bedrohte Sprachen. Das trifft insbesondere auf einige indigene Sprachen in Südamerika und Afrika zu. Rund um den Äquator existiert eine große Sprachenvielfalt, die vergleichsweise aber wenige aktive Sprecher besitzt.

Warum gibt es in manchen Regionen mehr Sprachen als in anderen?

Klare Antwort: Wo sich in der Vergangenheit keine großen Herrschaftsgebiete ausbreiteten, blieb die Vielfalt an Sprachen meist erhalten. Auch in Europa gab es vor der Entstehung des Römischen Reichs und der Etablierung der lateinischen Sprache allein in Italien 20 bis 30 verschiedene Sprachen.

Heutzutage findet man in Europa ein sogenanntes „Sprachenmosaik“. So gibt es in der EU insgesamt 24 Amtssprachen und gerade in Westeuropa neben den einheimischen viele Immigrantensprachen. Daher verändert sich die Sprachenlandschaft in Europa kontinuierlich.

Was ist die älteste Sprache der Welt?

Die Suche nach der ältesten noch aktiven Sprache ist nicht einfach. Denn die zeitliche Einordnung von historisch belegten Sprachen kann nur anhand von schriftlichen Nachweisen zurückverfolgt werden. Genau das macht die Forschung, insbesondere die der mittlerweile ausgestorbenen Sprachen, teilweise enorm schwierig.

Doch anhand von Schriftzeichen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus lassen sich Hinweise für die sumerische Sprache nachweisen. Sie ist als eine der ersten Sprachen weltweit anerkannt und wurde vom Volk der Sumerer in Mesopotamien (dem heutigen Irak) gesprochen. Heute ist die Sprache jedoch ausgestorben.

Die älteste noch aktive Sprache heutzutage ist Tamil. Die über 5.000 Jahre alte Sprache wird von ca. 80 Millionen Menschen gesprochen – vor allem in Indien, Singapur und Sri Lanka. Auch Griechisch (ca. 3.400 Jahre) und Mandarin-Chinesisch (ca. 3.200 Jahre) sind sehr alte Sprachen, die auch heute noch in moderner Form angewendet werden. Das heutige Griechisch hat sich im Vergleich zu Alt-Griechisch jedoch weiterentwickelt. So sind beispielsweise Schriftzeichen und Rechtschreibung weniger komplex. Außerdem gibt es im modernen Griechisch viele Entlehnungen aus anderen europäischen Sprachen wie Französisch oder Italienisch.

Was ist die schwerste Sprache der Welt?

Je nachdem welche Muttersprache und Vorkenntnisse eine Person mitbringt, kann das Erlernen einer Fremdsprache unterschiedlich schwerfallen. Für deutschsprachige Menschen sind besonders Sprachen, die ein anderes Schriftsystem verwenden, eine große Herausforderung.

Ein Beispiel dafür ist Mandarin-Chinesisch mit 918 Millionen Muttersprachlern weltweit. Aufgrund der mehr als 1.000 Schriftzeichen und einer Tonsprache mit vier verschiedenen Tönen ist die Sprache äußerst komplex.

Auch Arabisch ist für viele Menschen eher schwer zu erlernen. Die meist ungewohnte Schreib- und Leserichtung (von rechts nach links), die arabischen Schriftzeichen und die häufig fehlenden Vokale in der Aussprache führen zu Schwierigkeiten.

Als schwierigste Sprache im europäischen Raum gilt laut der UNESCO übrigens Griechisch mit einem ganz eigenen Alphabet. Aufgrund der anspruchsvollen Grammatik und Aussprache ist Deutsch auf dem siebten Platz des Rankings der am schwersten zu lernenden Sprachen gelandet.

Die leichtesten Sprachen der Welt

Und welche Sprache ist besonders einfach zu erlernen? Auch das kommt vor allem auf die individuellen Voraussetzungen des Lernenden an. Wer bereits Deutsch beherrscht, dem kann es aufgrund der großen Ähnlichkeit der beiden Sprachen besonders leichtfallen, Niederländisch zu lernen. Ähnlich klingende Vokabeln (z.B. „postkaart“ für Postkarte) und eine vergleichbar aufgebaute, aber weniger komplexe Grammatik machen es zu einer der leichtesten Sprachen für Menschen, die bereits Deutsch sprechen.

Auch Spanisch ist für Personen mit einer romanischen Muttersprache eine der einfachsten Fremdsprachen. Die regelmäßige spanische Grammatik und die analog zum Schriftbild erforderliche Aussprache erleichtern das Lernen immens.

Außerhalb Europas gilt Bahasa Indonesia als recht einfache Sprache. Sie nutzt ebenfalls das lateinische Alphabet und eine simple Grammatik, die auf Artikel, Zeitformen und Verbkonjugationen verzichtet und macht es Lernenden damit vergleichsweise leicht. Verbreitet sind in der Sprache auch einige Lehnwörter aus dem Niederländischen, wie z.B. „apotek“ (Apotheke) oder „blumkol“ (Blumenkohl), die auch für Deutsche leicht zu verstehen sind.

Fazit: Sprachenvielfalt ist stets in Bewegung

Genau wie sich die Welt im Laufe der Zeit verändert, entwickeln sich auch die Sprachen immer weiter. Während manche Sprachen auch nach Jahrhunderten in moderner Form weiterleben, sind andere vom Aussterben bedroht und verschwinden irgendwann ganz aus der menschlichen Kommunikation. Dementsprechend schwierig gestaltet sich daher auch die Beantwortung der Frage: „Wie viele Sprachen gibt es auf der Welt?“.

Trotz der großen Sprachvielfalt kann man sich mit Englisch heutzutage fast überall auf der Welt gut verständigen. Als eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt ist Englisch daher auch im Berufsleben von großer Bedeutung. Während Englisch für Menschen aus den meisten Ländern eher leicht zu erlernen ist, sind andere Sprachen wie etwa Chinesisch-Mandarin deutlich schwieriger. Fest steht: In unseren Sprachkursen machen wir Sie fit – egal ob europäische Sprachen wie Englisch und Spanisch oder asiatische Sprachen wie Chinesisch und Japanisch und viele mehr.

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