Russisch für Anfänger: So klappt es mit dem kyrillischen Alphabet

Berlitz -

Russland ist das flächengrößte Land der Erde und seit Jahrzehnten ein wichtiger Handelspartner Deutschlands. Zahlreiche Unternehmen suchen deshalb Fachkräfte mit Russischkenntnissen. Zugleich gehören weltbekannte Persönlichkeiten der Kunst und Literatur zu dieser Nation, beispielsweise die Schriftsteller Tolstoi und Dostojewski sowie die Komponisten Tschaikowski, Strawinsky und Rimski-Korsakow. Um die Werke dieser Künstler zu entdecken, oder in Russland zu arbeiten und zu leben, entscheiden sich viele Menschen dafür, die russische Sprache zu lernen. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Sprache, ihr Alphabet und ihre Eigenheiten. Außerdem geben wir Ihnen praktische Tipps, wie Sie Russisch leichter lernen können.

Die russische Sprache in Zahlen und Fakten

  • Sprachfamilie: Slawisch, Ostslawisch
  • Aktive Sprecher: 278 Millionen
  • Muttersprachler: 167 Millionen
  • Ähnliche Sprachen: Ukrainisch, Weißrussisch
  • Amtssprache in folgenden Ländern: Russland, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Ukraine (regional), Moldawien (regional), Georgien (regional)
  • Große Zahl an Muttersprachlern außerhalb Russlands und der GUS in: Estland, Lettland, Litauen, USA, Israel, Deutschland und andere europäische Länder

Besonderheiten des kyrillischen Alphabets

Die russische Sprache basiert auf einem anderen Schriftsystem, dem kyrillischen Alphabet. Es besteht aus 33 Buchstaben, die sich aus zehn Vokalen, 21 Konsonanten sowie einem sogenannten Weichheits- und einem Härtezeichen zusammensetzen. Einige dieser Buchstaben entsprechen dem lateinischen Alphabet, zum Beispiel A, M und T. Andere sehen wie lateinische Buchstaben aus, haben aber einen anderen Laut: H (russ.) ist gleich N (lat.) oder C (russ.) ist gleich S (lat.). Und manche Buchstaben sowie Umlaute aus dem lateinischen Alphabet gibt es im Russischen schlichtweg nicht. Hierzu gehören etwa Q und Ä. Dafür existieren dem Lateinischen fremde Buchstaben wie Щ (Schtsch) und Ю (Ju).

Sechs Fälle, aber nur drei Zeitformen

Die russische Sprache unterscheidet sich auch in der Grammatik in vielerlei Hinsicht vom Deutschen. Es gibt insgesamt sechs grammatikalische Fälle, die durch das Anhängen verschiedener Endungen an den Wortstamm gebildet werden. Im Gegensatz dazu genügen im Russischen drei Zeitformen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Außerdem fehlen unbestimmte und bestimmte Artikel im Sprachgebrauch.

Zu den Besonderheiten dieser slawischen Sprache zählen die sogenannten „Aspekte“: Die meisten Verben existieren in einer vollendeten und einer unvollendeten Form. Unvollendete Verben legen die Betonung auf den Prozess und die Wiederholung, zum Beispiel „Ich gehe jeden Tag zur Schule“ (Яхожувшколукаждыйдень). Vollendete Verben stellen das Resultat in den Vordergrund, die Handlung gilt als abgeschlossen. Beispiel: „Ich gehe jetzt in die Schule“ (Яидувшколусейчас).

Darüber hinaus unterscheidet das Russische in der Deklination, also in der Beugung von Substantiven, nach belebten und unbelebten Nomen, insbesondere im Akkusativ. Die Wörter erhalten jeweils unterschiedliche Endungen.

Digitale Medien nutzen, um Russisch zu lernen

Podcasts und Videos, wie unser Beispiel mit Oleg und Vera rechts, eignen sich hervorragend für Anfänger, die ein Gefühl für die Aussprache entwickeln oder einfache Vokabeln lernen möchten. Digitale Medien können den klassischen Sprachunterricht allerdings nicht ersetzen und dienen lediglich als Ergänzung: die Unterstützung eines Lehrers ist gerade beim Russischen aufgrund der komplexen Grammatik und der schwierigen Sprechweise notwendig.

Berlitz Insights: Tipps von der Russischlehrerin

Ludmilla Walkling, seit 36 Jahren bei Berlitz als Russischlehrerin tätig, gibt im Interview wertvolle Tipps und erklärt, worauf gerade unerfahrene Russisch-Lerner achten sollten. So können die Teilnehmer schon nach der ersten Lektion ein einfaches Gespräch auf Russisch führen.

Reisevokabular

Gerade auf Reisen, zum Beispiel mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok oder bei einem Besuch in Sankt Petersburg, gehören folgende Formulierungen unbedingt ins Gepäck und sollten vor einem Urlaub intensiv trainiert werden:

Ich grüße Sie!/Guten Tag!
Russisch:
Здравствуйте!
Aussprache: Strastwijtje!

Ich grüße dich!/Guten Tag!
Russisch:
Здравствуй!
Aussprache: Strastwij!

Auf Wiedersehen!
Russisch:
До свидания!
Aussprache:
Do swidanja!

Wie heißt du?
Russisch:
Как тебя зовут?
Aussprache:
Kak tebja savut?

Ich heiße (Max)
Russisch:
Меня зовут (Макс)
Aussprache:
Menja savut (Max)

Ich bin Deutsche
Russisch:
Я немка
Aussprache:
Ja njemka

Ich bin Deutscher
Russisch:
Я нeмец
Aussprache:
Ja njemets

Sprechen Sie Deutsch/Russisch?
Russisch:
Вы говори́те по-неме́цки / по-ру́сски?
Aussprache:
Wij gawaritje po-nemjetski / po-russki?

Nein / Ja / Ein wenig
Russisch:
Не́т / Да́ / Немно́го
Aussprache:
Njet / Da / Njemnogo

Die russische Sprache ist weit verbreitet, sowohl geografisch als auch in der Kunst, Wissenschaft und Technik. Einige möchten Russisch lernen, weil sie das Land und die Leute lieben, andere aus beruflichen Gründen. Ganz gleich, warum Sie sich für diese Sprache interessieren – damit das Vokabellernen leichter fällt, finden Sie in unserem Beitrag „Besser lernen mit Lerntechniken aus der Gedächtnisforschung“ zahlreiche praktische Tipps.

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